Mit Rössle-Bier gegen Stuttgart 21
Ehingen. Mit Bier aus Ehingen kann man in Stuttgarter Szenekneipen jetzt gegen die Tieferlegung des Bahnhofs protestieren. Drei Initiatoren haben gestern bei der "Rössle"-Brauerei 75 Kisten abgeholt.
"Wir sind stur wie Esel", sagt Gesine Kulcke. "Deshalb hat unser Protestbier auch einen Esel auf dem Etikett." Beides fällt auf: Der weiße Esel und das knallrote Etikett. "Resist" S 21 steht auf dem Etikett, das zum Widerstehen, zum Standhalten auffordert. Mit dem Bier, das in Stuttgarter Kneipen verkauft wird, protestieren Gesine Kulcke, Andrea Schmidt und Christoph Wagner gegen die Tieferlegung des Stuttgarter Bahnhofs und das damit verbundene Milliardenprojekt Stuttgart 21. Patrick Reinhardt, ein Kumpel von Christoph Wagner, hat das Etikett entworfen. Gedruckt wurden 24 000 Etiketten und Halsbanderolen in der Druckerei Gölz in Mengen, wo das "Rössle" sowieso schon seine Etiketten drucken lässt.
Sinnigerweise wird das Bier in Kneipen wie "Die Röhre" oder "Die Wagons" ausgeschenkt, die von den Baumaßnahmen direkt betroffen sind. "Die Wagons" beziehungsweise die Wagenhallen am Nordbahnhof, in die Künstler eingezogen sind, werden der Baumaßnahme weichen müssen, wenn Stuttgart 21 nach dem gegenwärtigen Plan realisiert wird.
Die drei Aktivisten luden gestern 75 Kisten mit jeweils 20 Flaschen in ihre Autos. Es soll jedoch nur die erste Fuhre sein. "Wir kommen in einer Woche wieder, bringen das Leergut mit und holen neues Bier", ist Andrea Schmidt zuversichtlich. Von jeder verkauften Flasche Bier gehen 21 Cent an das Aktionsbündnis.
Julius Buckenmaier von der Rössle-Brauerei sagt, dass er gleich begeistert gewesen sei von der Idee, die ihn über bestehende Geschäftskontakte erreicht hat. Denn in der Stuttgarter Kneipe "Schlesinger" wird "Rössle"-Bier verkauft und deshalb wandten sich die Protestler an den Ehinger Braumeister. "Es schadet nichts, wenn das in die Region geht", meint Gesine Kulcke. "Ulm ist von Stuttgart 21 auch betroffen."
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Autor: CHRISTINA KIRSCH | 30.07.2010
Die drei Initiatoren haben gestern bei Friedrich und Julius Buckenmaier ihr Protestbier abgeholt. Foto: Christina Kirsch
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