Apotheker nach Urteil in Sorge

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Im Gespräch: Tilmann Schöll, Manuel Hagel und Peter Frick (von links). Foto: Alpha Apotheke  Foto: 

Die Sorgen um die Folgen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für die Apotheken im ländlichen Raum stand im Mittelpunkt des Gesprächs beim Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Manuel Hagel in der Alpha Apotheke in Ehingen. Wie Tilmann Schöll, Fachapotheker für klinische Pharmazie und Vorstandsmitglied der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, berichtet, bestehe die Gefahr, dass die Aufhebung der Arzneimittelpreisverordnung für ausländische Versandapotheken durch das Urteil des EuGH „einschneidende Folgen für die Bevölkerung im ländlichen Raum haben wird“.

Hagel war gekommen, um die Strukturen des Gesundheitswesens im Alb-Donau-Kreis kennenzulernen. Und um, wie er sagte, gegebenenfalls politisch rechtzeitig gegensteuern zu können. „Die gesundheitliche Versorgung unserer Gesellschaft ist ein hohes Gut und damit muss sehr sensibel verfahren werden.“ Hagel ließ sich von Schöll und Inhaber Peter Frick über die aktuellen Entwicklungen der Arzneimittelversorgung informieren. In der Entscheidung des EuGH sehen die Apotheker Gefahr: „Damit greift der EuGH in die deutsche Sozialpolitik ein und unterwirft sie bewusst dem Freihandel. Für die flächendeckende Versorgung gerade in ländlichen Gebieten ist das kein gutes Signal und wird mittelfristig zu größeren Versorgungslücken führen“, befürchtet Tilmann Schöll.

Weitere Themen waren die Organisation des Nacht- und Notdienstes für Apotheken und die hohen  bürokratischen Anforderungen, die nach Einschätzung der Apotheker die Versorgung der Patienten immer mehr erschwert. Er sei beeindruckt, welcher Aufwand hinter der Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln stecke, sagte Hagel. swp

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