Anspannung allerorten beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert"

Viele Weiterleitungen bei den Bläserensembles brachte der 51. Regionalwettbewerb "Jugend musiziert", der in den Kategorien Klavier Solo, Bläserensembles, Harfe und Gesang in Ehingen stattfand.

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Das Klarinettenensemble mit der Ehingerin Dorothee Ohngemach, Isabell Schleicher, Camilla de Secondi und Anne Baier (von links) spielte vor vollem Saal. Die jungen Musikerinnen erspielten sich einen Preis mit Weiterleitung.  Foto: 

"Wenn Sie den Applaus hören, dürfen Sie rein", gaben die Helferinnen in der Lindenhalle klare Anweisungen. Um äußerste Ruhe wurde gebeten und fotografieren war während des Wettbewerbs verboten. In den Vortragssälen herrschte seit Freitag gespannte Stille. Eltern, Geschwister und Großeltern fieberten mit den jungen Musikern mit. Im Klavierwettbewerb blieben die Verwandten meist unter sich, während die Wertungen im Franziskanerkloster sehr gut besucht waren. Dort spielten die Holz- und Blechbläserensembles sowie gestern die Harfenistinnen. "Die verschiedenen Instrumentengruppen wiederholen sich im Regionalwettbewerb ,Jugend musiziert in einem dreijährigen Rhythmus", sagte Volker Konstantin Unseld von der Wettbewerbsleitung. Die Kombination aus Klavier solo, Bläser, Harfe und Gesang wird es erst 2017 wieder geben. Auch die Veranstaltungsorte wechseln mit Ulm, Biberach und Ehingen ständig durch. Juroren und Eltern kamen gerne nach Ehingen, da die Lindenhalle mit einem schönen Saal aufwarten kann.

Die musizierenden Kinder und Jugendlichen kamen meist mit ihren Musiklehrern und man konnte beobachten, dass die Lehrkräfte nicht weniger aufgeregt waren. "Es kommt halt auf die Tagesform an", meinte die Klavierlehrerin Olga Balzer. "Man hat es wahrscheinlich leichter, wenn man morgens dran ist", mutmaßte die Ehinger Schülerin Annika Bosler, die am Samstag bereits um 10 Uhr vorspielte. "Dann ist man wenigstens nicht den ganzen Tag aufgeregt", sagte die Elfjährige. Wie andere Teilnehmer auch, präparierte sich die Gymnasiastin mit Schokolade. Das schien die beliebteste Nervennahrung zu sein.

Andere Kinder wie Ann-Katrin Frey aus Wain wurden mittags mit ihrem Lieblingsessen bekocht. Die Aufregung greife auf die ganze Familie über, sagte Ann-Katrins Mutter Annette Frey. "Den ganzen Morgen ist sie immer wieder ans Klavier gehüpft". Doch zum Schluss wurden alle Kinder ganz ruhig.

Malina Geiselmann aus Laupheim kam mit einem Glücksklee-Anhänger und einem Glücksstein zum Klavierwettbewerb. Jungs wie der Ehinger Friedrich Loparev verzichteten auf solche Accessoires. Friedrich ging es wie vielen der teilnehmenden Kinder: Sie interessieren sich für Sport und manchmal auch für mehrere Instrumente. Das alles unter einen Hut zu bekommen, sei manchmal nicht einfach, meinte Friedrichs Vater. Der Elfjährige spielt Klavier und Tischtennis, liebt die Kunst und Taekwondo. Oliver Rathenow steckte kurz vor dem Vorspiel seine Hände noch in eine Mütze, um sie gut zu durchbluten. Viele Teilnehmer hörten sich noch die Beiträge der anderen an und warteten auf die Juryentscheidungen, die nach den Vortragsblöcken direkt bekannt gegeben wurden. Bei dem Wort "Weiterleitung" strahlten dann die Gesichter der Kinder. Die Mühe des Übens hatte sich gelohnt. Wer mit einer guten Punktzahl zum Landeswettbewerb weitergeleitet wird, durfte sich in einem kurzen Beratungsgespräch auch ein persönliches Feedback bei den Juroren abholen. "Die bringen ihre Kritik ganz nett rüber", war die Meinung eines Vaters. Während in der Lindenhalle die Solisten in den Klavier- und Gesangswettbewerben um Punkte kämpften, leisteten die Bläserensembles im Franziskanerkloster perfekte Teamarbeit. Die beiden Ehingerinnen Tessa Bottenschein und Carmen Wiest schnitten als Klarinetten-Duo mit 23 Punkten und einem 1. Preis sehr gut ab.

Als die drei Ulmerinnen Anne Baier, Isabell Schleicher, Camilla de Secondi und die Ehingerin Dorothee Ohngemach als Klarinetten-Quartett auftraten, war der Vortragssaal voll. Die Musikerinnen verstanden es meisterhaft, in ihren Stücken bis zuletzt die Spannung zu halten. Ein erster Preis mit 24 Punkten war der Lohn. Kleine Begebenheiten am Rande amüsierten das Publikum.

Die Väter mussten Hilfsdienste leisten und die Klarinetten bis zu deren Einsatz unter ihren Pullovern wärmen. Dort schlug ein Herz, das sich an dem Vorspiel der Töchter erwärmte. Man war sich gar nicht so sicher, bei wem nach dem Auftritt die meiste Anspannung abfiel.

Alle Preisträger aus unserem Verbreitungsgebiet mit erstem Preis und Weiterleitung zum Landeswettbewerb: Hanna Zielke, Querflöte, Altersgruppe (AG) V im Duo (Schelklingen, 24 Punkte); Tessa Bottenschein und Carmen Wiest, Klarinetten-Duo, AG V (Ehingen, 23 Punkte); Dorothee Ohngemach, Klarinette, AG IV im Quartett (Ehingen, 24 Punkte).

Erste Preise ohne Weiterleitung: Amelie Cara Delac und Christoph Hartmann, Trompeten-Duo, AG IB (Ehingen, 24 Punkte); Carolin Hagmeyer, Horn, AG II im Duo (Öpfingen, 21 Punkte); Hanna Leichtle, Klavier, AG IV (Ehingen, 21 Punkte). Zweite Preise: Annika Bosler, Klavier, AG II (Ehingen, 20 Punkte); Friedrich Loparev, Klavier, AG II (Ehingen, 18 Punkte); Oliver Rathenow, Klavier, AG II (Ehingen, 18 Punkte); Gabriel Knöbl, Klavier, AG IV (Ehingen, 19 Punkte).

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