Alternativmedizin eine gute Ergänzung

In der Krebsbehandlung gibt es große Fortschritte. Zusätzlich zur Schulmedizin können Alternative Heilmethoden unterstützend wirken, erfuhren die Zuhörer von Dr. Martin Simon bei den Gesundheitstagen.

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Die Schulmedizin kann beim Thema Krebs große Erfolge vorweisen, schilderte Dr. Martin Simon.  Foto: 

Die Schulmedizin hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gemacht: Bei einigen Krebserkrankungen liegt die Heilungsquote nahe hundert Prozent. Das berichtete Dr. Martin Simon beim letzten Vortrag der 33. Allmendinger Gesundheitstage am Donnerstag im Bürgerhaus. Unter anderem nannte Simon den Lymphknotentumor als Beispiel. 1960 überlebten nur 40 Prozent der Patienten diese bösartige Erkrankung. Etwa seit dem Jahr 2000 sind es fast alle. Ähnlich sieht es bei der chronischen myeloischen Leukämie aus. Vor 30 Jahren noch tödlich, ist sie heute beinahe immer heilbar, auch dank der Knochenmarkspende.

Erkauft werden die Erfolge bei diesen eher seltenen Krebsarten allerdings durch sehr hohe Behandlungskosten, da vor allem die neu entwickelten Medikamente extrem teuer sind. Und die gewaltige Nebenwirkungen können auch noch nach dem Krebs die Lebensqualität beeinträchtigen.

Leider hat sich die Entwicklung bei den am häufigsten vorkommenden Krebsarten wie Brustkrebs bei Frauen sowie Darm-, Lungen- und Prostatakrebs bei Männern nicht im gleichen Maße fortgesetzt. Obwohl die Chancen auf eine vollständige Genesung auch hier bei einer Früherkennung sehr hoch sind und sich die Überlebensquote bei fortgeschritteneren Erkrankungen stark erhöht hat, gebe es Erkrankungen, bei denen die Sterberate seit Jahrzehnten nahezu unverändert hoch ist. Als Beispiel nannte Simon den Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Trotz der Erfolge der Schulmedizin herrsche seit Jahren ein Glaubenskrieg zwischen ihren Befürwortern und ihren Gegnern. Manch einer setze daher darauf, ausschließlich alternative Heilmethoden anzuwenden. Die meisten sehen diese mittlerweile aber als zusätzliche, die Krebsbekämpfung unterstützende Möglichkeit und erwarten sich außer einer direkten Wirkung auf den Tumor eine Milderung der Nebenwirkungen von Chemo- oder Strahlentherapie, schilderte Simon. Häufig nehmen Patienten Mistelpräparate ein, die durch ihre Lectine stimulierend auf das Immunsystem wirken können. Auch Grüner Tee habe einen nachweislich positiven Einfluss bei einigen Krebsarten, und die Wirkstoffe der Ginsengwurzel könnten zur Besserung der manchmal auftretenden, extremen Müdigkeit (Fatigue) führen.

Vor so genannten Nahrungsergänzungsmitteln aber warnt Simon. Teils seien diese ohne nachgewiesene Wirkung, teils könnten hochdosierte Vitamine Metastasen sogar erst auslösen. Wer sich gesund ernährt, brauche in der Regel keine Vitaminpillen. Mit Vitaminen könne man sich vergiften, sagte Simon.

Bei der Vielfalt nicht biologischen Therapien aus der Alternativmedizin - beispielsweise Akupunktur, Heilhypnose oder Autogenes Training - sieht Simon den Vorteil in erster Linie in der Verbesserung der seelischen Gesundheit seiner Patienten. Auch dadurch können Krankheiten einen günstigeren Verlauf nehmen. Ein Hauptaugenmerk wird in diesem Zusammenhang seit wenigen Jahren auf die sportliche Betätigung von Krebskranken gelegt, da sich herausgestellt hat, dass Sport und Bewegung ein wichtiges Element sind, um eine Tumorerkrankung zu besiegen.

Für offen gebliebene Fragen stand Simon im Anschluss noch einige Zeit zur Verfügung.

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