Als die Kirche verschwand

Der Schelklinger Fotograf Franz Hecht hat faszinierende Aufnahmen gemacht. So hat er im Jahr 1933 den Abbruch der Kirche im Bild festgehalten.

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Da fehlt doch was: Der Abbruch der Kirche sorgte für eine ungewohnte Perspektive in der Schelklinger Innenstadt. Fotos: Stadtarchiv Schelklingen / Franz Hecht

Der Schelklinger Fotograf Franz Hecht (1899 - 1979) hat faszinierende Aufnahmen der Stadt und der Region gemacht. Hecht hat unter anderem den Abbruch und Wiederaufbau von großen Teilen der Schelklinger Kirche 1933 und 1934 in Fotos festgehalten. Der Kirchenbau war notwendig geworden, da die alte Kirche zu klein geworden war. Der Neubau war ein bemerkenswertes Vorhaben - immerhin waren damals bereits die Nationalsozialisten an die Macht. Zu sehen ist auf den Fotos, wie sehr damals noch auf Handarbeit gesetzt wurde. Mit Kutschen und Karren transportierten die Arbeiter das Material ab. Auch der Arbeitsschutz wurde lockerer genommen. Ohne erkennbare Sicherung stellten sich zwei Arbeiter beim Neubau der Kirche auf einem Dachbalken für ein Foto auf.

Franz Hecht war in den 1920er Jahren nach Schelklingen gekommen. Er arbeitete zunächst als Erzieher im Konradihaus. Später war er als kaufmännischer Angestellter im Zementwerk tätig. "Mein Vater war sehr an der Heimatkunde interessiert", berichtet sein Sohn Gebhard Hecht, 80, der in Böblingen lebt. Die Fotografien von Franz Hecht gelangten durch seinen Sohn an das Schelklinger Stadtarchiv. Archivarin Ursula Erdt hat sie kürzlich bei einer Tagung des Archivverbands gezeigt.

Noch immer besitzt Gebhard Hecht die Plattenkameras, mit denen sein Vater fotografiert hat. Eine heikle Technik - schwere Fotoplatten aus Glas sind dabei das Trägermaterial für die lichtempfindliche Schicht. Mit den Kameras sind dem Foto-Pionier Hecht erstaunliche Bilder gelungen. Sein Vater habe nebenher auch immer noch kleinere Fotoarbeiten, wie etwa Passfotos, gemacht, berichtet Gebhard Hecht. Sein eigentliches Interesse habe aber immer die Geschichte Schelklingens und der Region gegolten - so habe er auch viel über das ehemalige Kloster Urspring geforscht und dort fotografiert. Die Familie Hecht wohnte in der damaligen Kirchgasse 7, heute Maximilian-Kottmann-Platz. Er sei im Übrigen 1932 noch in der alten Kirche getauft worden, sagt Gebhard Hecht.

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