Allmendinger fertigt Möbel aus Europaletten

Harald Häfele fertigt Tische, Betten und Sitzgelegenheiten für die Terrasse. Das Besondere daran: Der 47-Jährige aus Allmendingen stellt die Möbel aus Europaletten her. Jedes Stück wird so zu einem Unikat.

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Harald Häfele in seiner Werkstatt. Er fertigt Möbel aus Europaletten.  Foto: 

Harald Häfeles Möbel könnten sicher verrückte Geschichten erzählen. Vom Hafen in Venedig zum Beispiel, von nie enden wollenden Lastwagen-Fahrten und von riesigen Lagerhallen . . . Denn die Möbel, die in Häfeles Werkstatt in Allmendingen entstehen, eint eines: Sie werden aus gebrauchten Europaletten gefertigt, stabile Transport-Unterlagen für Waren und Frachtgut aller Art.

"Eigentlich ist meine Frau drauf gekommen, sie war immer irgendwie fasziniert von den Europaletten", sagt Häfele über seine Geschäftsidee. Er hat im Kleindorf in Allmendingen einen Teil der früheren Schreinerei Braig gemietet und sich dort eine Werkstatt eingerichtet. "Es hat mich einfach fasziniert", sagt Häfele. "Einfach wagen und probieren", habe er sich gedacht und den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. In dem hellen, großen Raum stellt der 47-Jährige die Möbel aus dem ungewöhnlichen Material her - und stellt sie auch aus.

Häfele stammt aus Gerlenhofen, absolvierte eine Lehre zum Bauschreiner und arbeitete später auch als Zimmermann. Nun fertigt er Tische, Stühle, Betten. Bei den Ausführungen orientiere er sich an den Wünschen der Kunden: Wer die Oberfläche eher rau möchte, bekommt dies auch. Und wer lieber geschliffenes und lackiertes Holz mag, erhält sein Möbelstück in dieser Ausführung. Auch Farbe ist möglich: So hat Häfeles Frau Karin die Oberfläche eines Couchtisches in Rot, Schwarz und Grün gestaltet.

Die Paletten seien hauptsächlich aus Fichtenholz, sagt Häfele. Manche ältere sei aber auch mal mit einem Stück Eiche ausgebessert worden. Die Klötze zwischen den Brettern sind meist aus Pressspan. Die Paletten bezieht Häfele von einem Lieferanten. "Er hat mir versichert, dass es nur Paletten aus der Lebensmittelindustrie sind." Das Material ermöglicht viele Ideen: Ein Stück Längsteil einer Palette dient, mit Haken versehen, Häfele in seiner Werkstatt als einfache Garderobe.

Breitere Stücke hat er zu Weinregalen umgebaut, die auch Platz für das Aufbewahren von Weingläsern bieten. Bei einem Tisch gab die Palette die Größe für die Schubladen vor. Außerdem hat Häfele Garten- und Lounge-Möbel gefertigt, die sich auch für Biergärten eignen würden, wie er sagt. Paletten, auf die schmale Seite gestellt, dienen als Regale für Kräuter oder Balkonpflanzen. Seine Kunden seien meist jung, sagt Häfele. "Die Möbel ziehen die Leute an, die sich für so was interessieren." Im Lauf des Jahres möchte er auch Kurse anbieten, in denen die Teilnehmer selbst lernen, wie sie Möbel herstellen können.

Jede Palette habe ihre eigene Geschichte, das sei das Faszinierende daran, sagt Häfele. Und auch die Nachhaltigkeit seiner Idee - aus Gebrauchtem wieder etwas Neues zu fertigen - gefalle ihm, ebenso das Arbeiten mit Holz. Die Nägel, welche die Paletten zusammenhalten, wirft er nicht weg, sondern verwendet sie für seine Kreationen weiter.

Der 47-Jährige ist von seinen Paletten-Möbeln überzeugt: Auch die beiden Arbeitsplätze im hinteren Teil der Werkstatt - einer gehört Häfeles Frau, deren gemalte Bilder die Wände der Werkstatt schmücken - hat er aus Europaletten gefertigt.

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