Albin Kneissle wird Kommandant der Feuerwehr

Der frühere stellvertretende Kommandant Albin Kneissle wird die Munderkinger Feuerwehr führen. Die hat auch beschlossen, die Einsatzverantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.

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Neues Führungsteam bei der Munderkinger Feuerwehr: Albin Kneissle (rechts) und Kurt Fues stellen die Weichen für die Zukunft.  Foto: 

"Es hat mich sehr gefreut", sagte am Dienstag Albin Kneissle, der am Montagabend einstimmig zum neuen Feuerwehrkommandanten für die Munderkinger Wehr gewählt worden ist. Außer ihm hatte sich niemand für den ehrenamtlichen Führungsposten beworben. "Das Ergebnis beweist den guten Zusammenhalt und die Harmonie innerhalb der Munderkinger Feuerwehr", sagte der 52-jährige Bäckermeister. "Wir haben die Weichen für die Zukunft gestellt."

Auch eine organisatorische Umstrukturierung ist in der Sitzung am Montag beschlossen worden: Wie bei größeren Feuerwehren wird ein "Einsatzleiter vom Dienst" (EvD) eingeführt. So kompensiert die Wehr den Wegfall des bisherigen Kommandanten, der zeitlich sehr flexibel war. Fünf Zugführer können künftig Einsatzleiter werden. Wer von ihnen zuerst am Führungshaus eintrifft, leitet den Einsatz. "Mit dem EvD-System wird die Führung auf mehrere Schultern verteilt", sagte Kneissle am Dienstag, der meinte, dass viele hochqualifizierte Führungskräfte in der Wehr da seien. Zudem will sich der Ausschuss in den nächsten Sitzungen auch auf den Weg machen, eventuell eine neue Handhabung beim Thema Kameradschaftskasse zu finden.

Der bisherige Kommandant, der die Rettungsorganisation neun Jahre lang angeführt hatte, war von der Stadt aus dem Dienst entlassen worden, und er wird dem Vernehmen nach auch nicht mehr als Feuerwehrmann aktiv. Als Grund gab die Verwaltung in einer Pressemitteilung Vorwürfe im Zusammenhang mit der Kameradschaftskasse an, die der frühere Kommandant eingeräumt habe. Einen Großteil des Geldes - die Rede war von einem mittleren vierstelligen Betrag - habe er zurückgezahlt. Ob die Anzeige der Stadtverwaltung bei der Staatsanwaltschaft Ulm eingegangen ist und was genau dem Mann vorgeworfen wird, will diese aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mitteilen, wie Pressesprecher Michael Bischofberger sagt.

Die Details zum unrühmlichen Abgang ihres früheren Kommandanten wolle die Feuerwehr Munderkingen nun ohnehin hinter sich lassen, betonte Kneissle am Dienstag. "Das ist bei uns jetzt kein Thema mehr und wir gehen respektvoll mit dem bisherigen Kommandanten um." Dieser habe einen solchen Umgang auch verdient, trage doch die inzwischen sehr gut ausgestattete und ausgebildete Feuerwehr, die auch über die Stadtgrenzen hinaus als "Vorzeige-Wehr" gilt, zum großen Teil dessen Handschrift. Wichtig sei es nun, das große Vertrauen der Bevölkerung in die Wehr zu erhalten.

Ob Albin Kneissles Rückzug vom Stellvertreterposten im vergangenen Jahr mit den Vorgängen um den bisherigen Kommandanten zu tun hatte, kommentierte er am Dienstag nicht; es seien private Gründe gewesen. Der nun von 41 Mitgliedern bei einer Enthaltung gewählte, neue Kommandant muss noch vom Gemeinderat bestätigt werden. Er stelle sich allerdings zunächst nur für das laufende Jahr zur Verfügung und wolle 2016 möglichst aus geschäftlichen und gesundheitlichen Gründen den Posten an jemand anderen abgeben. Kneissle: "Wir haben viele hochqualifizierte Leute und werden nach einem geeigneten Nachfolger suchen."

Bürgermeister Dr. Michael Lohner zeigte sich am Dienstag erleichtert über die einstimmige Wahl. Vorsichtshalber sei auch der Notfallseelsorger der Feuerwehren nach der Absetzung des bisherigen Kommandanten aktiv geworden. Nun bereiten sich Wehr und Stadt auf die Kommandanten-Dienstversammlung des Kreisfeuerwehrverbands am 27. Februar in Munderkingen vor. Stellvertreter des neuen Munderkinger Kommandanten bleibt Bauhofleiter Kurt Fues. Die Wehr hat 47 aktive Feuerwehrleute sowie eine Seniorenabteilung, Jugendabteilung, einen Musikzug und seit kurzem die kleinen "Feuerlöwen".

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