Abwasser steht im Blickpunkt Sanierung kostet rund 528 000 Euro

Gut eine halbe Million Euro kostet die Sanierung der Abwasserbeseitigung in Reutlingendorf. Dies wurde im Gemeinderat Obermarchtal besprochen.

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Bereits Ende Juli war der Obermarchtaler Gemeinderat bei einer Besichtigung des Abwasserpumpwerks im Teilort Reutlingendorf zu dem Entschluss gekommen, dass die 1981 in Betrieb genommene Anlage nicht mehr zeitgemäß ist und saniert werden muss. Gestützt wurde diese Einschätzung durch ein Gutachten des Ingenieurbüros Schwörer aus Altheim, das beauftragt worden war, sich mit der Angelegenheit zu befassen (wir berichteten).

Vorgestern Abend stellte Geschäftsführer Franz-Xaver Schwörer den Gemeinde- und Ortschaftsräten im alten Schulhaus einen ersten Planentwurf vor, der bereits einen "sehr starken Aussagewert hat", wie es Obermarchtals Bürgermeister Anton Buck formulierte.

Zuerst die gute Nachricht: Das Fassungsvolumen des Regenüberlaufbeckens reicht aus - auch unter Berücksichtung künftiger Versiegelungsflächen, es muss also nicht erneuert werden. Die weniger gute Nachricht: Aufwendig und nicht ganz billig wird die Sanierung in Reutlingendorf trotzdem.

Weil der Teilort seit 1978 - aus diesem Jahr resultiert die Berechnungsgrundlage für die Abwasserentsorgung - stark gewachsen ist und die jährlichen Regenmengen seitdem zugenommen haben, ist der bestehende Beckenüberlauf für die aktuellen Bedürfnisse zu klein und muss erneuert werden. Derzeit staut sich das Wasser bei starkem Niederschlag an der Schwelle und tritt im Pumpwerk aus einem Schachtdeckel. Um etwa das doppelte vergrößert werden muss der Zulaufkanal; statt 1000 Liter Wasser pro Sekunde soll er künftig etwa 2000 Liter transportieren. Geplant ist zudem der Bau eines Retentionsbecken auf etwa 65 Metern Länge und rund 25 Metern Breite, das durch einen Entlastungskanal mit dem Regenüberlaufbecken des Pumpwerks verbunden ist und Wasser in gedrosselter Form an den Lettenbach abgibt. Die Gesamtkosten für die Bauarbeiten taxiert das Ingenieurbüro Schwörer auf rund 337 000 Euro.

Darüber hinaus ist eine technische Sanierung des Pumpwerks notwendig. Die Tauchpumpen sind verschlissen, ebenso wie die Rohrleitungen. Der Zahn der Zeit nagt auch an den Messgeräten und den Schaltanlagen, die regeln, wann die Pumpen ein- und ausschalten. Eine Erneuerung der Technik könnte getrennt von den Bauarbeiten durchgeführt werden und würde wohl knapp 191 000 Euro kosten.

Die Sanierung, die insgesamt etwa 528 000 Euro kostet, ist auch deswegen notwendig, weil Ende dieses Jahres eine seit 1978 bestehende wasserrechtliche Einleitererlaubnis abläuft. Dann müssen die Abwassermengen, die von Reutlingendorf in Richtung Obermarchtal abgeführt und ins Kanalnetz eingeleitet werden, neu kalkuliert und beim Landratsamt angemeldet werden.

Bürgermeister Buck will nun von Willi Fügner, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen, prüfen lassen, ob es Möglichkeiten auf Zuschüsse durch eine Fachförderung des Landes zur Abwasserbeseitigung gibt. Diesbezügliche Anträge müssen bis spätestens zum 1. September 2013 eingereicht sein, weswegen nun in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Tübingen geklärt werden soll, wie es um eine vorzeitige Baufreigabe bestellt ist.

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