Absage an die Mediathek

Der Gemeinderat Allmendingen hat dem Vorhaben, im Alten Rathaus eine Mediathek einzurichten, eine klare Absage erteilt.

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Die Garagen sollen abgerissen werden. Was mit dem Alten Rathaus geschehen wird, ist unklar.  Foto: 
Einer der Gemeinderäte bezeichnete das Vorhaben gar als verführerisch – doch der Allmendinger Gemeinderat ließ sich nicht locken. Am Mittwochabend erteilte das Gremium dem Vorhaben, im Alten Rathaus eine Mediathek einzurichten, eine klare Absage.

Zuvor hatte Bürgermeister Robert Rewitz regelrecht um das Projekt geworben: Kommunen stünden heutzutage unter Konkurrenzdruck, weiche Faktoren seien von großer Wichtigkeit. Die Folgekosten – im sechsstelligen Bereich – machten nicht einmal ein Prozent des Haushaltsvolumens aus. Er würde den Vorschlag nicht unterbreiten, wenn er nicht machbar wäre.

Die Idee, das Alte Rathaus zu sanieren und als Mediathek beziehungsweise Bücherei zu nutzen, ist nicht neu. „Über das Alte Rathaus diskutieren wir seit dem Jahr 2007“, sagte Rewitz. Aktuell besteht Handlungsbedarf: Allmendingen hat bereits eine Ortskernsanierung gestemmt, die 2006 abgeschlossen wurde. 3,3 Millionen Euro wurden investiert, das Fördervolumen lag bei zwei Millionen Euro. Kurz darauf wurde ein Sanierungsgebiet II ausgewiesen – in diesem befindet sich das Alte Rathaus. Der Bewilligungsbescheid hierfür läuft aber zum Jahresende aus. Um weiterhin von Förderungen profitieren zu können, muss nun eine Verlängerung beantragt werden – Nutzungskonzept inklusive.

Veronika Balzer sprach von einer großen Chance, das Alte Rathaus sei eines der Herzstücke des Orts. Sie stellte fest: „Zum Nulltarif hat’s noch nie etwas gegeben.“ Der Gemeinderat habe noch nie Luftschlösser gebaut. „Mir fällt keine andere Maßnahme ein, wie wir mit weniger als einem Prozent so viel Belebung bekommen können“, sagte Dr. Roland Detzel und stellte fest: „Andere Dinge kosten auch Geld.“

Entschieden gegen eine Mediathek sprach sich Dieter Hammer aus. Es handle sich um ein altes Gebäude, man wisse nicht, was nachkomme. Einige Gemeinderäte befürworten eine öffentliche Nutzung – eine Mediathek lehnen sie aber ab. Es gebe in der Gemeinde viele andere Dinge für die man Geld brauche, sagte Wolfgang Fuchs. „Es ist eine schwere Entscheidung“, ließ Karl Allgaier wissen. Man sei hin- und hergerissen, erklärte Sarah Roggenkamp. „Die Entscheidung hat sich keiner leicht gemacht.“

Den Antrag der Verwaltung (Sanierung des Gebäudes, Einrichtung einer Mediathek im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss) befürworteten Leonhard Sontheimer, Manfred Huber, Roland Detzel, Karl Allgaier, Veronika Balzer und Bürgermeister Rewitz. Michael Glöckler enthielt sich. Zwölf Gemeinderäte stimmten gegen den Antrag. „Sagen Sie mir, was wir planen sollen“, forderte Rewitz die Gemeinderäte auf, denen nun knapp zwei Wochen Zeit bleibt, ein Konzept zu erarbeiten, wie das Alte Rathaus künftig öffentlich genutzt werden kann. Denn der Antrag auf Förderung muss bis Ende November gestellt werden, zuvor muss der Gemeinderat noch über die Nutzung beraten.

„Ich halt’s für nachteilig“, wertete Rewitz die Entscheidung des Gemeinderats. Widersprechen werde er der Entscheidung aber nicht – obwohl dies rechtlich möglich sei.

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