"Wann ich sterbe, bestimme ich"

Eine hochkarätige Podiumsdiskussion veranstalten die Hospizgruppe und die Ehinger Kirchen zum Thema "Wann ich sterbe, bestimme ich?!" Es sitzen Vertreter mit unterschiedlichen Positionen auf dem Podium.

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Das Sterben ist wie das Welken der Blätter ein natürlicher Prozess. Zum Thema Sterbehilfe gibt es in Ehingen eine Podiumsdiskussion. Von links Einsatzleiterin ökumenische Hospizgruppe Ute Häußler, Pfarrerin Susanne Richter und stellvertretende Einsatzleiterin Gabi Zügn.  Foto: 
Das Thema bewegt jeden, denn jeder ist davon betroffen. Es geht ums Sterben. Das wünscht sich zwar jeder nach einem erfüllten Leben möglichst in den eigenen vier Wänden und schmerzlos, aber oft sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. „Man sollte sich damit beizeiten befassen“, meinten gestern Ute Häußler, Pfarrerin Susanne Richter und Gabi Zügn, die in den Ehinger Hospizgruppen aktiv sind.

Zudem steht die Sterbehilfe im Fokus von Gesetzesentwürfen, die sich unter anderem mit Vorschlägen wie der Straffreiheit bei der Hilfe zur Selbsttötung, dem totalen Verbot, mehr Rechtssicherheit für Ärzte und der Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Beihilfe befassen. Über die Entwürfe soll der Bundestag am 6. November abstimmen.

Da sich auch die Veranstaltungsreihe „Woche für das Leben“ dieses Jahr mit dem Thema Sterbehilfe befasst, nahmen sich der ökumenische Ausschuss der evangelischen und katholischen Kirchen, die Hospizgruppen Ehingen und der Förderverein der Hospizgruppen als Veranstalter des Themas an. „Unsere Idee war, ein Forum zu bieten, in dem offen diskutiert werden kann“, sagte Pfarrerin Susanne Richter gestern in einem Pressegespräch. Deshalb wurden auch Teilnehmer eingeladen, die die unterschiedlichsten Positionen vertreten werden. Über Palliativversorgung sprechen Heike Heß, Koordinatorin der Palliativversorgung Biberach, sowie Dr. Regine Mayer-Steinacker, Leiterin der Palliativstation der Uniklinik Ulm. Kirchliche Aspekte wird der evangelische Theologe Dr. Günter Renz aus Bad Boll einbringen. Der Allmendinger Fritz Lange vertritt die Sterbehilfeorganisation „Exit“, die in der Schweiz todkranke Patienten mit einem Tabletten-Cocktail beim Suizid unterstützt. Über das Betreuungsrecht und vorsorgende Verfügungen spricht der Jurist Prof. Konrad Stolz.

Die Hospizmitarbeiterinnen sind sich einig, das jeder Mensch selber entscheiden sollte, wie er sein Lebensende und sein Sterben gestaltet haben möchte. „Man sollte das Sterben nicht ausschließlich in ärztliche Hand legen“, sagt Ute Häußler. Denn oft sehen sich die Ärzte, die als Garanten für das Leben ausgebildet wurden, in der moralischen Pflicht, alles nur erdenklich Mögliche zu unternehmen, um dem Patienten das Leben zu erhalten. Auch dem sterbenden Patienten. Die Sterbebegleiterin Ute Häußler und die Intensiv-Krankenschwester Gabi Zügn meinen jedoch, einem Sterbenden müssten keine Antibiotika mehr gegeben werden. Auch eine Magensonde oder Flüssigkeitszufuhr verlängern das Sterben. „Oft müssen Angehörige auf den Stationen darum kämpfen, das ihr Opa in Ruhe gelassen wird“, ist die Erfahrung von Ute Häußler. Das Werten sei ein Problem, meinen die Veranstalterinnen. „Die Kirche ist eine moralische Instanz, aber Gott wertet nicht“, ist Susanne Richter überzeugt.

Am Samstag, 14. November, um 18 Uhr wird das Thema in einem ökumenischen Gottesdienst in der Ehinger Konviktskirche aufgegriffen. „Das wird ein meditativer Gottesdienst mit zwei Harfenistinnen“, verrät Susanne Richter.

Info Podiumsdiskussion „Wann ich sterbe, bestimme ich?!“ am Freitag, 13. November, 19 Uhr, Jugendheim bei der evangelischen Stadtkirche.

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