"Steinreich" und schlauer

Die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Thekla Walker, besuchte das Zementwerk in Schelklingen. Artenschutz in Abbaugebieten und die umweltschonende Ressourcennutzung waren Thema.

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Schüler der Urspringschule mit Thekla Walker (Vierte von links) und Zementwerks-Leiter Hans-Georg Kraut (rechts).  Foto: 

In Begleitung einiger Parteikollegen besuchte Thekla Walker, die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, das Zementwerk in Schelklingen. Direktor Hans-Georg Kraut und Thomas Beißwenger vom Landes-Industrieverband Steine und Erden führten die Gruppe sachkundig durch die Industrieanlage, berichtet Oliver Jung von der Urspringschule.

Danach machte sich die Grünen-Landespolitikerin ein Bild vom Tagebau im Steinbruch Vohenbronnen. Dazu waren auch Schülerinnen und Schüler des Geographie-Neigungskurses 12 der Urspringschule mit ihrem Lehrer Martin Witzel gekommen. Der Steinbruch Vohenbronnen gehört als Geotop zum Geopark Schwäbische Alb. Der Steinbruch sei ein Fenster in die Erdgeschichte, das 150 bis 200 Millionen Jahre zurückreicht, sagte Kraut. Die verschiedenen Gesteinsschichten entstanden durch Sedimentablagerungen im Urzeitmeer, welches die Alb zu Zeiten des Jura bedeckte, sowie durch Versteinerung der Korallen. Die Schwäbische Alb ist eines der Hauptabbaugebiete der Zementindustrie. Der Steinbruch Vohenbronnen biete den Vorteil, dass die dort vorkommenden Gesteine aufgrund der relativ dünnen Schicht Mutterbodens leicht zu fördern und nur noch in das richtige Mischungsverhältnis zu bringen seien. Aus rund 1,7 Millionen Tonnen gefördertem Gestein werden etwa 1,1 Millionen Tonnen Zement pro Jahr hergestellt. Die Bagger arbeiten sich pro Jahr nur etwa fünf Meter voran und graben dabei eine 100 Meter breite Schneise. In Zukunft werde sogar ein 10 bis 15 Meter tieferer Abbau möglich.

Beißwenger erklärte dann den Geokoffer, den die Firma Heidelberg Cement der Urspringschule gestiftet hat. Die Grünen-Landesvorsitzende, einst selbst Urspringschülerin, überreichte den Schülern die Spende. Walker scherzte, sie könne sich an das Fach Geographie nicht mehr erinnern, doch der Geokoffer mache Lust auf mehr. Der Koffer bietet ein Angebot über eine Milliarde Jahre Erdgeschichte zum Anfassen. 14 verschiedene Gesteinsarten sowie Begleitmaterialien, Unterrichtsvorschläge und digitale Angebote wie Lehrfilme und Präsentationen sind im Koffer enthalten. 650 Euro kostet er. Walker berichtete auch, dass sie nur gute Erinnerungen an die Zeit in der Urspringschule habe. Die Kofferübergabe hielt sie spontan für andere Ex-Urspringer mit dem Smartphone fest.

Im Anschluss an die Überreichung unterhielten sich die Anwesenden noch angeregt über nachhaltige Entwicklung, ein Kernthema von Bündnis 90/Die Grünen, und über nachhaltige Bildung im Rahmen des neuen Bildungsplans. Schülersprecher Radu Chis bedankt sich im Namen aller Urspringschüler für den Geokoffer.

Der letzte Programmpunkt ihres Besuchs führte Walker dann auf die Urzeit-Weide bei Gerhausen. Dort findet momentan ein Beweidungsprojekt mit Taurusrindern und Konikpferden statt (wir berichteten). Die Rinder und Pferde sollen der Verbuschung des Areals entgegenwirken und so den Lebensraum vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten erhalten - ein Gewinn für die Biodiversität und den sanften Tourismus auf der Schwäbischen Alb.

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