Wüst rum und hott rum

Allmendingen.  Flexibel, stark und wendig ist der Kaltblüter "Jupp", der zurzeit mit seinem Besitzer Walter Müller den Allmendinger Gemeindewald durchforstet. Das Wetter kommt beiden bei ihrer täglichen Arbeit sehr gelegen.

Andere klagen über das Wetter, aber Walter Müller und sein Gaul "Jupp" fühlen sich bei diesen Temperaturen im Wald so richtig wohl. "Beim Schaffa isch no koiner verfrora", sagt Walter Müller, der zurzeit mit seinem französischen Kaltblut den Allmendinger Gemeindewald in der Abteilung Häulen durchforstet. "Des lauft besser, wenns gfrora is", sagt der Unternehmer aus der Nähe von Altshausen. Sein Rückegaul "Jupp" dampft, und auch seinem Chef steht die Kälte ins Gesicht geschrieben. Trotzdem wollen beide ungern still stehen oder gar am Kaminfeuer sitzen. "Beim Schaffa send se gsund", sagt Müller über seine drei Kaltblüter.

"Jupp" zieht die gefällten Stämme in die Nähe der Rückegasse, damit der Vollernter sie dann greifen kann. "Die Pferde sind einfach wendiger und flexibler als eine Seilwinde", sagt Revierförster Werner Bierer. "Jupp" muss die Stämme manchmal nur ein paar Meter ziehen und in die richtige Richtung bringen. Wenn er mal ein paar Meter laufen darf, legt er sich mit ganzen Körpereinsatz ins Zeug und man hat den Eindruck, er würde gerne mal schnurstracks quer durchs Unterholz marschieren. Doch sein Besitzer pfeift ihn mit den gängigen Kommandos zurück. "Oha" heiße "nastanda", erklärt Walter Müller. Bei "wüst rum" muss "Jupp" nach links und bei "hott rum" nach rechts. Das Kommando "hü" kennt jedes Kind.

"Jupp" und Walter Müller sind ein eingespieltes Gespann. Der Mensch muss die Stämme mit einer Kette an das Waagscheit binden, damit das Pferd den Stamm bewegen kann. Walter Müller hat sich zum Lösen der Kette einen langen Haken gebastelt, damit er sich nicht andauernd bücken muss. Denn Waldarbeit geht mit der Zeit in die Knochen. "Jupp" macht die Arbeit seit zehn Jahren und lässt sich auch von Ästen, die ihm an den Kopf peitschen, nicht beirren. Mit sicherem Schritt übersteigt er die Stämme und in seiner Mähne sammelt sich mit der Zeit das trockene Buchenlaub. "Das ist fantastisch, wie der Gaul läuft", meint Werner Bierer, der die Rückeaufträge in seinem Revier vergibt. "Jupp" und Walter werden noch ein paar Tage vorliefern, damit der Vollernter liefern kann.


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Autor: CHRISTINA KIRSCH | 10.02.2012

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