Wächter des Allgäus

Den Grünten kennt fast jeder, der jemals im Allgäu war. Markant steht er mit seinen Sendemasten am Eingang zu einer faszinierenden Bergwelt. Die Skitour auf den Gipfel hinauf gilt als leichte Einsteigertour.

Aufgrund seiner markanten Stellung wird der Grünten auch der "Wächter des Allgäus" genannt. Er ist der nördlichste Gipfel und für die Einheimischen so etwas wie ein steingewordener Wetterdienst. Eine Volksweisheit besagt: "Trägt der Grünten einen Hut, wird das Wetter morgen gut. Trägt er einen Degen, gibt es andern Morgens Regen." Eine Orientierung, auf die man sich heute nicht immer verlassen sollte, sie zeigt aber die Bedeutung des Berges für die Allgäuer.

Eben diese herausragende geografische Lage ist auch der Grund für den DAV-Paten Markus Scheib, diese Tour anzubieten. Am Grünten hat er Skifahren gelernt, zudem hatte die Sektion in Gunzesried zwei Hütten mit Blick auf den Grünten, auf denen er mit den Eltern war. Großvater und Vater Scheib waren früher Vorsitzende der DAV-Sektion SSV Ulm 1846, und so ist auch Markus Scheib in der Partnersektion des Ulmer DAV Mitglied, bietet seine Touren aber auch anderweitig an. "Die Tour auf den Grünten ist bestens geeignet für Anfänger, technisch leicht und auch bei nicht so guten Verhältnissen ziemlich sicher zu begehen", sagt der 45-Jährige.

Tatsächlich führt der größte Teil der Strecke am Rand einer aufgelassenen Skipiste entlang. Von Immenstadt kommend fährt man über Rettenberg in Richtung Kranzegg und biegt noch vor dem Ortseingang zur Talstation des ehemaligen Kammeregglifts, der schon vor Jahren stillgelegt wurde. Von etwa 900 Höhenmetern aus geht es in vielleicht zweieinhalb Stunden auf den 1738 Meter hohen Gipfel hinauf zum Jägerdenkmal. Die letzten Meter geht es an der noch befahrenen Piste zur Gipfelstation hinauf, die direkt von Kranzegg kommt und noch in Betrieb ist.

Die Orientierung auf dieser Skitour ist einfach. Die Ausgangsposition an der Talstation ist ebenso leicht zu finden, wie die ehemaligen Pisten - trotz der gelegentlichen Aufforstungen. Eine fast zu vernachlässigende Steilstelle mit allenfalls fünf Metern am Rande einer kleinen Schonung ist sogar beschriftet, weil auf diesem Weg auch die Nachtskitour hoch zur Grünten-Hütte auf 1477 Meter führt, wo jeden Mittwochabend ein Stammtisch für Skitourengeher ist.

Für die vom DAV Ulm geführte Tour auf den Grünten, lässt man die Hütte aber links liegen und steigt frühmorgens über den Grat schließlich zum Gipfel auf. Die Tour ist technisch sehr leicht, Spitzkehren fast unnötig und eine Lawinengefährdung allenfalls bei extremen Situationen einzuplanen. Vorsicht sollte man lediglich bei der Abfahrt walten lassen und tunlichst auf den ehemaligen Pisten bleiben, die allerdings nicht planiert und gepflegt werden. So einladend die in nordwestlicher Richtung gelegenen Steilhänge vom Gipfel auch sein mögen, sie sind tückisch, haben Felsabbrüche und durchaus Lawinenpotenzial.

So wie man den Grünten von weither sieht, so sieht man vom ihm aus auch weit. Rings herum in die Berglandschaft hinein und weit hinaus ins Flachland. Mehr als 30 Minuten dürfte die Abfahrt kaum dauern, so dass diese Tour durchaus als eine Halbtagesveranstaltung zu machen ist.

Einzige Änderung zu den sonstigen Touren: Diese wird aus terminlichen Gründen nicht wie üblich am Sonntag, sondern bereits am Samstag davor, 18. Februar, stattfinden. Bei der Rückkehr am frühen Nachmittag bleibt so noch genügend Zeit für die Wochenend-Einkäufe.


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Autor: HANS-ULI MAYER | 10.02.2012

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