Viel los diesmal im Altenheim

Ehingen.  Nach dem Frühstück am Samstag brechen 78 Bewohner von St. Franziskus auf ins neue Seniorenzentrum des Kreises und ins neue Konzept der Hausgemeinschaften. Gestern wurde mit dem Packen begonnen.

"Frau Härle, am Samstag ziehet Se om", sagte gestern Schwester Rebecca Langer zu der bettlägerigen Seniorin im Obergeschoss des Wohnparks St. Franziskus. Altenpflegerinnen hängen im Zimmer die Bilder ab und packen die Siebensachen der Bewohnerin zusammen.

Draußen am Tisch sitzt Dorothea Emminger und kommentiert den bevorstehenden Umzug in das neue Seniorenzentrum mit "Lassen wir uns überraschen", während eine Treppe tiefer vor dem Aufzug Irmgard Bumiller gar nicht in das neue Haus wechseln will. "Ich freue mich nicht. Die Zimmer sind kleiner und zwischen den Etagen sind, der Bauvorschriften wegen, Decken eingebaut", weiß die 84-Jährige, die sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren an den Weitblick unter der Glaskuppel über das gesamte Haus gewöhnt hat. "Mir hots do guet gfalla", sagt sie und beobachtet das Geschehen im und am Aufzug und im Speisesaal, wo die Angehörigen und 25 ehrenamtliche Packer gerade Vesperpause machen oder schon die ersten Schrankteile hinausbringen zu den Autos. "Jetzt ist was los im Altenheim", freut sich Martha Dammermann, die mit ihrer Tochter schon zweimal ihr künftiges Reich besichtigt hat und gerne in das neue schöne Zimmer umziehen will. Sie sitzt seelenruhig am Fenster zum Ochsenberg, während ihre Zimmernachbarin Anneliese Romer einen Helfer sucht, der ihr die zusammengeklappten Umzugskartons in ihrem Zimmer aufstellt, damit sie selbst packen kann. Da kommt Rudolf Kohlruss, der - wie andere - seine Aufträge auf einem gelben Zettel abarbeiten will, wie gerufen. Schnell klemmt er den Zettel zwischen die Lippen und schiebt die Sache mit den Kartons dazwischen und schon geht die Seniorin an die Arbeit.

Drüben in der Pflegeabteilung sitzen die Bewohner an den Tischen und meinen, dass "viele den ganzen Morgen schon hin- und herspringen". Sie harren der Dinge die da kommen werden, wie beispielsweise die Umzugswagen heute morgen. Hausmeister, Schreiner und Handwerker von der St. Elisabeth-Stiftung des Klosters Reute und vom Landkreis werden dann die Möbel und die Umzugskisten samt Kleidern aufladen und die neuen Zimmer einrichten.

"Nach einer Nacht im kahlen Zimmer wird ihnen am Samstag der Spaziergang oder der Transport in die neuen Räume wohl nicht so schwer fallen", hofft Schwester Rebecca. Eine weitere Hilfe werde es sein, dass mit 74 Personen nahezu das ganze Stammpersonal mit in die neue Einrichtung gehe. Nur vier hätten sich anderweitig orientiert. "Dass alle umziehen, das ist schon eine Besonderheit und so etwas habe ich noch nie erlebt", sagt die Ordensfrau. "Ich bleibe in meinem Geschäft und übernehme nach drei Jahren Heimleitung in Ehingen am 19. August einen Wohnpark des Klosters Reute bzw. der Elisabeth-Stiftung in Weil der Stadt." Schwester Rogata und Gerlanda werden am Mühlweg 7 wohnen bleiben und ehrenamtlich auch in der neuen Einrichtung tätig sein. Schwester Margret sei schon seit Monat weg. Sie arbeite nun im "Wohnpark am Schloss" in Bad Waldsee . Die Sozialarbeiterin Hannelore Baur werde vom neuen Arbeitgeber an anderer Stelle eingesetzt.

"Eine neue Ära bricht an, wie 1984 beim Umzug aus dem Altenheim im Franziskanerkloster in den Wohnpark", sagt eine der Helferinnen. Auch damals hätten die Betagten nicht gerne umziehen wollen. Da pflichtete ihr Schwester Rebecca bei. Und weil schon die Zeitung da sei, könne sie ja auch gleich den Dank an alle aussprechen, die sie während ihrer Zeit und jetzt in der Umzugsphase unterstützt hätten. Bei einem Glas Sekt am Nachmittag wurde auf den Abschied angestoßen. In etwa einem Jahr soll nach einem grundlegenden Umbau der Wohnpark unter der Leitung der St. Elisabeth-Stiftung wiedereröffnet werden. Das offene Foyer und die Kommunikationsräume unter der Glaskuppel bleiben. Nur die Holzdecken und eingebauten Möbel müssten aus Gründen des Feuerschutzes raus.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: INGEBORG BURKHARDT | 30.07.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr