Totes Unfallwild bleibt liegen

Alb-Donau-Kreis.  Die Revierpächter der Jägervereinigung Ulm lassen Unfallwild künftig liegen und reagieren damit auf die Beibehaltung der Jagdsteuer im Kreis. Die Ehinger Jäger wollen noch ihre Mitgliederversammlung abwarten.

Die Jagdsteuer bleibt. Das hat der Alb-Donau-Kreistag kürzlich mit großer Mehrheit beschlossen und damit die Anträge der Kreisjägervereinigungen Ulm und Ehingen auf Abschaffung der Steuer abgelehnt. Die Reaktion der Kreisjägervereinigung Ulm, die rund 600 Mitglieder zählt, kam prompt. Ebenfalls mit deutlicher Mehrheit ist am Samstag in der Jahreshauptversammlung im Ulmer Bräustüble folgender Beschluss gefasst worden: "Die Beseitigung von Unfallwild durch die Revierpächter der Jägervereinigung Ulm wird ab sofort im Alb-Donau-Kreis verweigert." Unabhängig davon würden Jagdpächter, wenn angefahrenes Wild lebend neben der Straße liegt, das Tier mit einem Fangschuss erlösen. Sollte die Jagdsteuer noch gekippt werden, stünden die Jäger wieder wie bisher zur Verfügung.

Alb-Donau-Landrat Heinz Seiffert, der bei den Jägern ein Grußwort sprach, reagierte gelassen. Bislang würden ohnehin schon 40 Prozent der toten Tiere von den Straßenmeistereien oder Mitarbeitern der Kommunen entsorgt. Unabhängig von der Steuer-Auseinandersetzung funktioniere die Zusammenarbeit der Jägerschaft mit den am Landratsamt angesiedelten Fachbehörden. In dieser Hinsicht waren der Landrat und Kreisjägermeister Max Wittlinger einer Meinung.

Ob die Weigerung der Jäger, künftig Unfallwild zu entsorgen, Eindruck auf die Kreisräte macht, ist nach Wittlingers Ansicht fraglich. Mehr Wirkung könnten die Revierpächter erzielen, wenn sie die Jagd einstellen würden. "Dann wären die Folgen in der Land- und Forstwirtschaft gravierend." Damit dürfte der Kreisjägermeister richtig liegen. Landrat Seiffert wies jedenfalls darauf hin, dass die Schäden an jungen Bäumen durch Wildverbiss teilweise erheblich seien. Hoffnung, die Steuer doch noch loszuwerden, setzen die Jäger auch auf die Landesregierung. Bislang ist es den Landkreisen und kreisfreien Städten überlassen, die Steuer zu erheben oder nicht. Durch eine Änderung des Kommunalabgabengesetzes könnte die Steuer aber im ganzen Bundesland fallen.

Den Gedanken, auch im Altkreis Ehingen verendetes Unfallwild liegen zu lassen, "gibts durchaus", sagt Winfried Eggert, Vorsitzender der Ehinger Kreisjägervereinigung, die rund 320 Mitglieder hat. So werde in der Ausschusssitzung, die morgen stattfindet, darüber beraten, was den Mitgliedern nun empfohlen werde. Und dann steht auch noch die Mitgliederversammlung an, die am 9. April in der Lauteracher Lautertalhalle stattfindet.

"Nach unserer Rechnung erspart sich der Landkreis 125 000 Euro", sagt Eggert - wenn die Jäger sich um das Unfallwild kümmern und weiter die Jagdsteuer von rund 63 000 Euro erhoben wird. Etwa 1200 bei Unfällen verendete Rehe oder Schwarzwild - die Füchse nicht mitgerechnet - werden jährlich von den Jägern im Alb-Donau-Kreis entsorgt. "Pro Stück haben wir 120 Euro berechnet", erläutert Eggert.


Kommentare (1)

10.03.2010 00:09 Uhr |   unbestechlicher

Ohne Jagd keine Wildunfälle

Bravo Kreisräte! Endlich mal einige die nicht vor der Lodenmafia einknicken. Wenn ihr nun noch die Jagd in der Nähe von Strassen unterbindet gehen die Wildunfälle ruck zuck gegen Null. Eine neuere Statistik die gerade erstellt wird zeigt nämlich das die meisten Wildunfälle (ca.80%) zu den typischen Jagdtageszeiten passieren. Nämlich immer dann wenn Jäger unterwegs sind , das Wild beunruhigen oder hetzen. Laßt sie also rumheulen. Übrigens machen die Jäger das entsorgen ja nicht gratis. Das wurde in dem Bericht wohl vergessen. In manchen gebieten kassieren die bis 50€ für ein entsorgtes Wild. Da freut sich jeder Hartzler drüber. Jagdsteuer noch erhöhen und Arbeitsplätze schaffen für staatliche Wildentsorger, die dann auch gleich jedes Stück auf evtl. Schussspuren untersuchen, besonders angeblich überfahrene Haustiere grinsen) Da bleibt euch Jägern die Spucke weg.

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Autor: THOMAS STEIBADLER JULIA-MARIA BAMMES | 09.03.2010

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