Stark und voller Vorfreude

Emerkingen.  Anpacken und Antreten zum Zeltaufbau hieß es gestern Vormittag in Emerkingen. 70 Männer und Frauen errichteten bei trockenem Wetter in vier Stunden das große Festzelt, in dem ab Donnerstag die Musik spielt.

"No net aushenga!" oder "Jetzt looset doch amol!", schallte es gestern über den Festplatz in Emerkingen. Die Kommandos beim Zeltaufbau für das Kreismusikfest hätten Nicht-Schwaben kaum verstanden. Dabei ging es einfach darum, die Rollen, über die die Zeltplanen hochgezogen werden, nicht vorzeitig auszuhängen. Sonst rutscht die ganze Bahn wieder runter. Und die Helfer auf der Nordseite des Rohbaus sollten schon auf die Kommandos derjenigen "loosen", die an der Südseite die Planen einhängten.

Auf Kommando zogen starke Männerarme die weißen Planen über den First, und gegen 11 Uhr standen den meisten die Schweißperlen auf der Stirn.

Pünktlich um 8 Uhr waren gestern rund 70 Männer und Frauen einsatzbereit am Festplatz eingetroffen, und mit vereinten Kräften stand in vier Stunden auch das Festzelt. Die Arbeitsaufteilung war ziemlich klar: An den Zugseilen zeigten die Männer ihre Kräfte, und für die Feinarbeiten am Kronleuchter oder den Seitenwänden waren die Frauen zuständig. Eine typische Frauenarbeit erledigte allerdings Kurt Egle. Der Zimmermann zog die rot-weißen Vorhänge auf und trug sich anerkennende Worte seiner Kollegen ein. "Jetzt kannsch des ja für daheim perfekt."

Trotz der anstrengenden Arbeit war die Stimmung prächtig. Nach den vielen Wochen der Vorbereitung sollte es nun endlich losgehen. Die Vorfreude übertrug sich auch auf die Kinder, die entweder mit ihren Fahrrädern am Zeltplatz vorbeischauten oder selber mit anpackten. Manch einer erwies sich dabei als geschickter Helfer, der mit flinken Kinderhänden ein Seil durch die passende Öse zog.

Die Profis, die schon mehrere Kreismusikfeste erlebt haben, freuten sich vor allem über das schöne Wetter. "Des isch a mords Sauerei, wenns regnet und die Planen nass sind", wussten die Senioren. Mit solchen Schwierigkeiten mussten sich die Emerkinger zum Glück nicht herumschlagen und genossen nach der Arbeit auch das wohl verdiente Vesper unter einem strahlend blauen Himmel.


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Autor: CHRISTINA KIRSCH | 18.06.2011

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