Rat will Brücken bauen

Ehingen.  Mit einer Sitzung des Verwaltungsrats will die Bürgerwache klären, wie es nach dem angekündigten Rücktritt des Kommandanten weitergehen kann.

Sie ist mit 550 passiven Mitgliedern und, den Musikzug mitgerechnet, rund 200 Aktiven einer der ganz großen Vereine der Stadt, doch nach der Erklärung Harald Neus, als Kommandant zurückzutreten, steht die Bürgerwache Ehingen vor einer ungewissen Zukunft. Berthold Wiedmaier, Führer des 2. Zugs und dienstältester Offizier, hat deshalb für morgen eine Sitzung des Verwaltungsrats einberufen, in der alle Offiziere der einzelnen Züge und Lothar Szesni als Vertreter der passiven Mitglieder nach einem Ausweg aus der Krise suchen wollen. Dabei machen alle Beteiligten keinen Hehl daraus, was sie sich als gute Lösung erhoffen: dass sich die Bürgerwache Ehingen unter Harald Neu beim Landestreffen der historischen Bürgerwehren und Stadtgarden Ende Juni, Anfang Juli in Ehingen als guter Gastgeber und Veranstalter erweist. Ob es auch bei Neu, der derzeit verreist ist, eine Bewegung in diese Richtung geben kann, wollen Wiedmaier und Szesni ausloten. Aus allen Gliederungen der Bürgerwache, auch aus dem 3. Zug, aus dem die deutlichste Kritik am Führungsstil des Kommandanten kam, wird signalisiert, dass es dafür ausreichend Gemeinsamkeiten gebe und ein geordneter Wechsel dann im Spätsommer oder Herbst anzustreben sei.

Dann sei es auch möglich, Neus enorme Verdienste für die Bürgerwache Ehingen zu würdigen, heißt es. Schließlich sei er auch so etwas wie ein Opfer des eigenen Erfolgs: Wer als Landeskommandant ständig mit Ministerpräsidenten, Generälen der Bundeswehr, kirchlichen Würdenträgern oder dem Haus Württemberg zu tun habe, erscheine aus lokaler Sicht leicht als einer, der etwas darüber schwebe.

"Ich bin mir sicher, dass die Bürgerwache in ihrer Gesamtheit der Verantwortung gerecht wird, das Landestreffen in Ehingen auszurichten", sagte gestern Oberbürgermeister Alexander Baumann. Er sieht die Bürgerwache dabei in einer Verantwortung sowohl gegenüber der Stadt und deren gesellschaftlichem Leben als auch gegenüber ihrer eigenen Geschichte.


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Autor: ANDREAS HACKER | 10.02.2012

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