Randale auf dem Friedhof

Vor 25 Jahren wurden auf dem Munderkinger Friedhof Gräber verwüstet. Für das Rathaus in Ehingen ging eine Bombendrohung ein. Vor 50 Jahren besuchte Bundesminister Franz Josef Strauß die Ehinger.

Vor 25 Jahren

Ein Bild der Verwüstung bot sich auf dem Munderkinger Friedhof: Unbekannte hatten nachts Grabsteine umgeworfen, Holzkreuze herausgerissen und die Pflanzen auf den Gräbern zertrampelt. Insgesamt 26 Grabstellen im so genannten alten Teil des Friedhofs waren beschädigt worden. Die Polizei schätzte den entstandenen Schaden auf 1500 Mark und ermittelte wegen Störung der Totenruhe.

Eine knappe Woche später hatte die Polizei die Täter gefunden: Drei junge Männer räumten ein, auf dem Friedhof randaliert zu haben, nachdem sie ziemlich viel Alkohol getrunken hatten. Im nüchternen Zustand hätten sie sich nie so verhalten. Sie wollten für den angerichteten Schaden aufkommen.

Das gabs im Ehinger Rathaus noch nie: An einem Freitagvormittag hatten alle Mitarbeiter mehr als eine Stunde frei. Anlass dafür war eine Bombendrohung, von der niemand so recht wusste, wie sie einzuschätzen war. In einem Geschäft in der Stadtmitte war gegen 9.15 Uhr ein anonymer Anruf eingegangen. Der Anrufer teilte mit, dass sich im Rathaus ein Sprengkörper befinde.

Die Polizei wurde eingeschaltet; Polizisten und einige Rathausmitarbeiter suchten das komplette Amtsgebäude ab. Sie fanden nichts. Oberbürgermeister Wilfried Henger stellte den Mitarbeitern frei, den Arbeitsplatz zu ihrer eigenen Sicherheit zu verlassen. Er selbst blieb.

Das Kultusministerium schlug der Gemeinde Altheim vor, wieder eine Grundschule zu eröffnen. Der Altheimer Gemeinderat sah das Angebot eher kritisch. Wie der Bürgermeister Karl Spitzmüller berichtete, sei die Grundschule erst 1974 aufgelöst worden, was aber keine freie Entscheidung gewesen sei, sondern eine des Landes Baden-Württemberg. Dazu komme, dass die Zahl der Kinder in Altheim sinken werde. 1986 gab es zwar noch 36 Grundschüler aus Altheim, die die Schule in Allmendingen besuchten, doch im folgenden Jahr sollten es nur noch 27 Schüler sein. In den Kindergarten gingen nur noch 17 Kinder.

Zwölf Jahre nach der Einweihung der Schmiechtalhalle in Hütten zeigte sich, dass bei deren Bau offenbar nicht allzu sauber gearbeitet worden war. Der Verputz an der Wetterseite hatte teilweise schon erneuert werden müssen, und nun drang auch in sämtliche Nebenräume über das Flachdach Wasser ein.

37 Mitglieder des Musikvereins Schmiechen brachen zu einer Reise in die USA auf. Die Musiker sollten beim 114. Cannstatter Volksfest in Philadelphia schwäbische Musik zu Gehör bringen. Außerdem waren sie vom Sängerbund Hartford eingeladen worden. Die Schmiechener planten auch Besuche in New York und Washington sowie einen Abstecher zu den Niagarafällen.

Oberdischingen stand ein großes Fest ins Haus: Die Gemeinde wollte den Mann ehren, dem sie ihr bauliches Aussehen verdankt: Franz Ludwig Schenk von Castell, der seinen 250. Geburtstag hätte feiern können. Zur Erinnerung an den "Malefiz-Schenk" sollte am Haus "Maria Königin" eine Tafel enthüllt werden. In dem Gebäude hatte der Reichsgraf einst seine Kanzlei.

Vor 50 Jahren

Großer Bahnhof in Ehingen: Bundesverteidigungsminister Franz Joseph Strauß kam in die Lindenhalle. Der Berichterstatter zeigte sich begeistert: "Neben dem Eindruck einer dynamischen Persönlichkeit hinterließ Strauß ein überwältigendes Bild zwölfjähriger Aufbauarbeit und eine beruhigende Erklärung zum derzeit aktuellsten Problem, zu Berlin." Strauß betonte in seiner Rede, dass sich die "Politik der Besonnenheit" in der Ost-West-Frage als recht erweisen werde. Der Einbruch des Kommunismus nach Mitteleuropa sein kein gewöhnlicher Vorfall, sondern in Wahrheit eine gewaltige geschichtliche Katastrophe.

Zu Übungszwecken richteten US-Soldaten zwischen Dellmensingen und Wippingen auf der Alb eine Hubschrauber-Luftbrücke ein. Die Übung war Teil eines Manövers, das in der Region stattfand. Zwei Dutzend Bundeswehroffiziere nahmen als Beobachter an der Aktion teil.

In Klein-Allmendingen dauerte die Renovierung der Kirche an. Die Arbeiten hatten bereits im Vorjahr begonnen, zunächst war das Mauerwerk entfeuchtet worden. Das Interesse richtete sich nun auf eventuell noch vorhandene Malereien, die man nach systematischer Suche auch finden konnte. Die Malerei-Reste ließen den Schluss zu, dass die Kirche bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtet wurde.

"Ist das Heiraten nur noch ein Rechenexempel?" Das Ehinger Tagblatt nahm sich dieses Themas an und befragte junge Menschen in der Stadt. "Heute findet sich kaum noch ein Mädchen, das mit einem durch dick und dünn gehen will, bis man es eines Tages durch ehrliche Arbeit zu etwas gebracht hat. Sie wollen sich alle ins gemachte Nest setzen mit Eisschrank, Waschmaschine, Fernsehapparat, Spanienreise etc.", klagte ein Architekt. Ein Kaufmann zeigte sich dagegen ritterlich: "Warum soll ein Mädchen seine Jugend nicht genießen, besonders wenn es Geld mit eigener Arbeit verdient? Wir jungen Männer von heute gehen ja auch recht großzügig mit dem Geld um und genehmigen uns vieles, was unsere Väter in ihrer Jugend nicht hatten." jb


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Autor: SWP | 25.08.2011

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