Protagonisten-Projekt steht auf der Kippe

Schelklingen.  Der Ortschaftsräte in Hütten wollen keine Hinweisfiguren "Protagonisten" im Dorf aufstellen. Für Initiatorin Ute Krey steht das Projekt auf der Kippe.

Bis zu 1,80 Meter große Figuren, "Protagonisten" genannt, sollen bald in Schelklingen Hinweise auf Sehenswürdigkeiten geben. Eine Künstlergruppe hat auf Anregung von Stadträtin Ute Krey (Pro Schelklingen) die Figuren entwickelt (wir haben berichtet).

Jetzt haben sich die Ortschaftsräte in Hütten in nichtöffentlicher Sitzung dagegen ausgesprochen, die Figuren im Dorf aufzustellen. Begründung: Die Figuren hätten keinen Bezug zu den Personen, die im Biosphären-Infozentrum Hütten vorgestellt werden. Die Räte können sich zwar grundsätzlich Hinweisgeber im Dorf vorstellen - aber eher in der Form, wie sie beim Münsinger Infozentrum zu sehen sind. Dort stehen Stahlblechkonturen, die auf die Persönlichkeiten in der Ausstellung verweisen. Die Schelklinger Künstler setzen dagegen auf nicht nach konkreten Vorbildern gestalteten Figuren aus glasfaserverstärktem Kunststoff (siehe Bild).

Initiatorin Ute Krey denkt jetzt daran, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Sie habe derzeit keine große Lust mehr, sagte sie gestern unserer Zeitung. Jetzt werde sie aber zunächst mit den teilnehmenden Künstlern beraten, wie weitergemacht werden soll. Dabei sei nicht die Ablehnung des Ortschaftsrats Hütten der Grund. Es sei legitim, dass die Räte eine solche Entscheidung fällten, sagte Krey. Es hätte dann auch vielleicht die Möglichkeit gegeben, die Figuren auf privatem Grund aufzustellen. Sie sei aber richtig sauer, dass diese Entscheidung auch sofort an die Biosphärengebietsverwaltung weitergeleitet worden sei. Vom Biosphärengebiet erhofft sich Krey eine finanzielle Förderung des Projekts. So stehe das Vorhaben auf der Kippe, sagte Krey gestern Vormittag.

Etwas Entwarnung erfuhr die Stadträtin dann gestern Nachmittag. Das Projekt werde trotz der Ablehnung in Hütten noch als grundsätzlich förderungsfähig angesehen, sagte Regine Leicht von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets. Derzeit liege das Konzept vor, ein Antrag müsse bis März gestellt werden. Hüttens Ortsvorsteher Heinz Späth sagte unserer Zeitung, dass er den Rückzug von Ute Krey aus dem Projekt bedauern würde. Die Abstimmung in Hütten sei ja keine generelle Entscheidung gegen das Kunstprojekt, sagte er.


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Autor: BERNHARD RAIDT | 09.02.2012

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