Nabu Rottenacker ist stolz auf Vogel-Domizil

Ein Hotel für Mehlschwalben ist nun beim Gemeindebauhof platziert, allerdings ist Geduld gefragt: Drei bis vier Jahren kann es dauern, bis die gefiederten Freunde dort einziehen.

DORIS MOSER | 4 Meinungen

Mit vereinten Kräften kam am Samstag das neue Schwalbenhaus an seinen Platz auf dem Gelände beim Feuerwehrhaus und Gemeinde-Bauhof. Die 350 Kilogramm schwere Konstruktion sitzt auf einem fünf Meter hohen Mast, die Firma Lamparter hat sie mit dem LKW-Kran hinauf gehievt, das Bauhofteam war ebenfalls in Aktion. 45 Kunstnester warten nun auf die Bewohner. Hans Frölich aus Bernstadt hat sie fachgerecht gebaut, er war auch bei den beiden Storchennestern in Rottenacker am Werk. Schwalben leben bereits im Umfeld, an einem Haus in der Nachbarschaft haben sie unter dem Dachvorsprung fleißig Nester gebaut. "Es wird drei bis vier Jahre dauern, bis sie ihr neues Domizil annehmen", erklärt Nabu-Vorsitzender Josef Steiner. Dies besagen die in Frankenhofen, Rißtissen, Tiefenhülen und Allmendingen gesammelten Erfahrungen mit den Schwalbenhotels. Die Aktion in Rottenacker ist möglich geworden im Rahmen einer ökologischen Ausgleichsmaßnahme im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Bahnstrecke zwischen Wendlingen und Ulm. Insgesamt 15 Schwalbenhäuser sind Teil dieser Maßnahme, nach Langenau wurde nun das zweite davon in Rottenacker aufgestellt. Mit 3500 Euro schlägt ein Haus zu Buche, bezahlen muss die örtliche Nabu-Gruppe anteilig 350 Euro. Den Löwenanteil finanzieren das Land und die "Stiftung Naturschutz-Fond".

"Schwalben bringen Glück", lautet ein altes Sprichwort und so hoffen nun die Nabu-Mitglieder darauf, dass dieses Glück bald einkehren wird. Mehlschwalben wollen als Kulturfolger in der Nähe von Menschen sein, und sie finden nach ihren extrem langen Reisen bis nach Afrika immer wieder an ihren angestammten Platz zurück. Die kleinen Vögel fliegen vor dem Winter über das Mittelmeer und die Sahara ohne Rast und legen diesen tausende Kilometer langen Weg im Frühjahr erneut zurück. Der Name Mehlschwalbe leitet sich von den weißen Bäuchen der Vögel ab.

4 Kommentare

07.02.2014 14:54 Uhr

Klasse Idee der NABU Gruppe Rottenacker

Nachdem ich mich bereits 40 Jahre mit Rauch- und Mehlschwalben in unserer Stadt beschäftige, kenne ich die Wohnungsnot unserer Schwalben. Kunstnester und ein solches "Schwalbenhaus" sind ein probates Mittel diesen eleganten Vögeln das Überleben zu sichern, nachdem viele Häuser für Naturnester nicht mehr geeignet sind, das Lehmmaterial für den Nesterbau immer weniger vorhanden ist und zusätzlich Hausbesitzer den "Glücksbringern" den Zugang verwehren. Bei einer schwalbenfreundlicheren Einstellung und dem verantwortungsvolleren Umgang mit der Natur könnten wir sicher manchen Euro sparen.
Bis dahin kann ich den Aktiven des NABU Rottenacker zusammen mit den Bauhofmitarbeitern nur gratulieren. Ich wünsche eine baldige "Hausbesetzung " mit vielen tollen Eindrücken bei den Meistern der Lüfte.
Horst Schulz, Bad Friedrichshall

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12.02.2014 17:38 Uhr

Zuschriften von Andreas Schmitz

Was soll diese billige Polemik? Wer sich über die Position des NABU zum thema Hauskatzen informieren will, findet das bei Tante Gugel sehr schnell - z.B. unter http://nrw.nabu.de/themen/jagd/beutegreifer/06992.html. Von der Behautpung "NABU für Abschuss" steht dort nichts.
Und was die Kosten angeht: Jede/r darf sein Geld ausgeben, wofür er/ sie will. Deshalb gibt es auch keine dummen Kommentare, wenn für den Transport von einer Person von A nach B ein über eine Tonne wiegendes Fahrzeug im Wert von EUR 30.000 verwendet oder wenn eine Einzelperson ein Haus im Wert von EUR 500.000 bewohnt.

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04.02.2014 09:54 Uhr

Nabu??

Nabu??? Sind das nicht die, die den Abschuss von Hauskatzen fordern, wenn sie zu weit von Häusern weg gehen, weil sie ja ein paar Vögel erbeuten könnten?

16 000 (!!!) Katzen sollen letztes Jahr in D abgeschossen worden sein.

Danke, Nabu! Werden wir Dir nicht vergessen!!!

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04.02.2014 09:51 Uhr

3500 € für ein paar Schwalben???

Man hats ja...

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