Antje Schupp inszeniert am Theater Ulm: "Così fan tutte"

Die Oper 1790 am Wiener Burgtheater uraufgeführte Opera buffa "Così fan tutte" von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte (Libretto) hat am heutigen Abend, 20 Uhr. im Theater Ulm Premiere.

JÜK |

Die Oper 1790 am Wiener Burgtheater uraufgeführte Opera buffa "Così fan tutte" von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte (Libretto) hat heute Abend, 20 Uhr. im Theater Ulm Premiere. "So machen's alle", lautet der Titel auf Deutsch - ein geflügeltes Wort nicht nur in der Opernwelt. Allerdings zeigt der weibliche Plural "tutte" an, wer in diesem Dramma giocoso in zwei Akten über die Untreue gemeint ist: die Frauen. "Così fan tutte" also, auch wenn Fiordiligi in ihrer berühmten Arie "Come scoglio immo resta" (standhaft wie der Felsen) furios das Gegenteil behauptet? Am Theater Ulm jedenfalls kommt "Così fan tutte" in italienischer Sprache auf die Bühne, mit deutschen Übertiteln. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Timo Handschuh.

Handlung Mozart und da Ponte siedelten die Oper im zeitgenössischen Umfeld an: "Neapel in der Mitte des 18. Jahrhunderts". Don Alfonso, ein zynischer Philosoph, spielt mit den zwei jungen Offizieren Guglielmo und Ferrando, die überschwänglich ihre Bräute feiern, ein übles Experiment. Er wettet mit ihnen, dass Fiordiligi und Dorabella, wie alle Frauen, jederzeit verführbar seien. Top, die Wette gilt: Und das Böse daran ist, dass die zwei Männer selbst diesem Menschen-Versuch über die Treue ausführen. Die Frauen werden schwach, aber die Männer sind moralisch nicht weniger verkommen, weil sie am Experiment teilnehmen. Es gibt Enttäuschung und Vorwürfe gegen die Frauen auf Seiten der Männer, Schuldgefühle, Scham und Reue bei den Frauen. Mozarts Musik aber ist wahrhaftig: Mal affektiert wie die Figuren, mal ironisch distanziert, dann wieder ergreift sie ganz herzlich Partei.

Regie führt Antje Schupp, 1983 in München geboren. Am Theater Ulm hat sie in der vergangenen Saison Brechts Schauspiel "Der gute Mensch von Sezuan" inszeniert, jetzt macht sie erstmals Mozart. Sie wechselt die Sparten, arbeitet auch als Performerin - ihr Handwerk hat sie umfassend gelernt: Sie studierte Regie für Theater und Oper an der Bayerischen Theaterakademie. "Così fan tutte" schätzt sie als ein "wahnsinnig raffiniertes" Werk, das mit den Emotionen spiele. Und diese Wette? "Leidenschaft, Lüge, Zerrissenheit - da gerät relativ schnell alles außer Kontrolle, so unlogisch wie die Liebe ist, so unlogisch verhalten sich die Figuren." Antje Schupp, zu deren Team Mona Hapke (Bühne, Kostüme), Alexander Litschka (Video) und Anna Melnikova (Körpertraining) gehören, will als Regisseurin nicht die Welt erklären, kein Konzept über ein Werk stülpen, sondern die Zuschauer auch zum Nachdenken bringen. Sie ist fasziniert vom musikalischen Feuerwerk, das Mozart entfacht - und sie verspricht auch für ihre Inszenierung: "Da geht die Post ab!"

Zuletzt in Ulm: In der Saison 2005/2006 inszenierte Antje Lenkeit die "Così fan tutte", die Premiere dirigierte damals Gordian Teupke.

Das Ensemble: Edith Lorans (Fiordiligi), I Chiao Shih (Dorabella), Kwang-Keun Lee (Guglielmo), Thorsten Sigurdsson (Ferrando), Maria Rosendorfsky (Despina), Don Lee (Don Alfonso), Zuzana Fucikova (Tanz).

Aufführungsdauer: drei Stunden, eine Pause.

Nachtkritik: Etwa eine Stunde nach der Premiere steht eine erste Kritik online: südwestpresse.de

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