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Krüger will zum Mond

Mehr als nur eine Lesung seines neuen Buches "Tango Africano" bot Weltenbummler Hardy Krüger bei der Lesung für den Ehinger Buchladen. Der 82-Jährige glänzte mit einem überzeugenden Auftritt.

SASCHA BURGER |

Mehr als zwei Stunden demonstrierte der Schauspieler Hardy Krüger am Freitagabend in Ehingen, dass er die Literatur und die Schauspielerei nicht komplett voneinander trennen kann. Die rund 100 Besucher in der Lindenhalle erfuhren die Liebesgeschichte einer weißen Afrikanerin und eines Berliner Abenteuerpiloten nicht nur durch bloßes Vorlesen, sondern auch durch das Schauspiel Krügers.

"So war das schon immer", erklärte der 82-Jährige. "Seit ich zwölf Jahre alt war, schreibe ich. Da war mir bereits klar, dass ich das machen will." In die Schauspielerei und damit auch in Filme an der Seite von Sean Connery oder auch John Wayne sei er dann nur "reingerutscht". Wer mit Hardy Krüger spricht, erfährt manches Abenteuer. Egal, ob er seine private Entwicklungshilfe für Ostafrika schildert, die Liebe zu seiner Frau Anita oder über das Leben als Hollywood-Schauspieler - die Details der Antworten erstaunen. So auch, als er erklärt, wie er die Idee zu seinem Buch "Tango Africano" hatte. "Dass um den ersten Kuss stets ein so großes Aufhebens gemacht wird und dabei der viel wichtigere letzte Kuss vollkommen ignoriert wird - das hat mich einfach nicht losgelassen", so Krüger. Das Grundgerüst für die Geschichte habe mit ihm selbst zu tun: "Ich bin in Berlin geboren, so war die Heimat für den Abenteuerpiloten bereits gefunden. Außerdem habe ich 20 Jahre am Fuße des Kilimandscharo auf der Farm, auf der mein Film "Hatari!" gedreht wurde, gelebt - so ergab sich auch der zweite Schauplatz recht schnell." Dass der Berliner Abenteuerpilot im Roman wegen seiner Liebe den Nil entlang fliegt, komme auch nicht von ungefähr. "Diese Reise musste ich mal in einer Cessna antreten - so wusste ich, wie beschwerlich so ein Flug sein kann", sagte Krüger. Die seien aber die einzigen autobiografischen Teile der Geschichte.

Auf das heutige Ostafrika angesprochen wird der Wahl-Kalifornier wehmütig: "Das Land geht einen schweren Gang. Die Armut, der Hunger und die Korruption verhindern, dass sich die Gesellschaft weiterentwickeln kann." Krüger suche nach eigener Aussage stets das Gespräch mit den Politikern, um Lösungswege aufzuzeigen.

Trotz der Liebe zu Afrika kann der Mann, der laut eigener Aussage nicht an Zufall glaubt und "noch nicht einen langweiligen Tag erlebt hat", seinen Lieblingsfleck auf der Erde nicht nennen. "Ich habe weder ein Lieblingsland noch einen Lieblingsautor, einen Lieblingsschauspieler oder eine Lieblingsfarbe." Einen besonderen Traum hat er jedoch noch, ein ganz bestimmtes Reiseziel, das er bisher nie erreichen konnte: "Eine Reise zum Mond - das ist mein größter Traum."

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