Om s Nommgugga verdruggsch de Marlies Grötzinger im Hausfrauenseminar

Ehingen.  Einen unterhaltsamen und lehrreichen Vormittag hatten die 25 Frauen gestern beim Hausfrauenseminar mit der Mundartautorin Marlies Grötzinger.

"Wenn i mi so umschau, send mir älle koine heurige Häsla mehr", meinte die Mundartautorin Marlies Grötzinger beim Hausfrauenseminar im Gemeindehaus St. Michael. ""Huirige Häsla" sagt ma bei uns", meinte eine Zuhörerin und gab damit Marlies Grötzingers These recht, die davon ausgeht, dass regional ein unterschiedliches Schwäbisch gesprochen wird. Doch egal, wie man es ausspricht, "heurige Häsla" sind "heuer" geboren.

Lokale Dialekte und Aussprachen des Schwäbischen verlieren sich mit der Zeit, ist die Burgrieder Autorin überzeugt, "denn heute kommen die Leute mehr raus aus ihrem Dorf". Ihren Vortrag untermalte die Autorin mit Gedichten und Geschichten aus der eigenen Feder. Fast das gleiche Programm war im Herbst beim Frauenfrühstück im Franziskanerkloster zu hören gewesen. Hier wie dort erfuhr man von Jacqueline, die beim "Schoppa gwea isch" und dem Sohn "en kähla Kohldampf" anmeldet. "Kaum bischt in, bischt scho wieder out", klagte Grötzinger den 25 Frauen das Leid einer Mutter mit Halbwüchsigen. Nachdem früher das Französische im Schwäbisch Eingang gefunden habe, sei es heute das Englisch. Die infiltrierte Mundart heiße "Schwenglisch".

Die Zuhörerinnen amüsierten sich über Alltagsszenen und eine Litanei, die auch mit "immer die gleiche Leier" übersetzt werden konnte. Nach Jahrzehnten der Verpönung werde das Schwäbische wieder anerkannt, stellte Grötzinger fest. Besonders anrührend gelang der 52-Jährigen die Übersetzung eines Gedichts von Bruno Epple, in dem es um die Liebenswürdigkeiten und Boshaftigkeiten des schwäbischen Dialektes ging. "Schwätza, des kasch", meinte Marlies Grötzinger, "aber ebbes saga wos druff akommt, do druggsch omanand ond om s Nomgucka verdruggsch de", beklagte sie die Wortkargheit des Schwaben.


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Autor: CHRISTINA KIRSCH | 09.02.2012

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