Mit gutem Beispiel voran

Ehingen.  Seit Anfang des Jahres leiten Heidi Nothacker und Gerd-Dieter Kaiser die Ehinger Geschäftsstelle der Ulmer Arbeitsagentur. Teilzeit in Führungsposition - ein gutes Beispiel für Arbeitgeber, sagt Petra Cravaack.

Ein Tandem an der Spitze der Ehinger Agentur für Arbeit soll für Kontinuität sorgen: Heidi Nothacker und Gerd-Dieter Kaiser sind die neuen Geschäftsstellenleiter, nachdem dieser Posten seit März 2010 immer nur vorübergehend und mit verschiedenen Mitarbeitern besetzt war. Doch nach der kürzlich erfolgten organisatorischen Trennung vom Jobcenter, das sich um den Hartz-IV-Bereich (SGB II) der Arbeitslosen kümmert, soll nun auch in der Arbeitsagentur wieder Beständigkeit einkehren.

Dass dies zwei Mitarbeiter in Teilzeit machen - jeder arbeitet in der Woche zweieinhalb Tage am Stück - sei "ein Novum", sagt Petra Cravaack, Leiterin der Ulmer Agentur. Sie sieht dies als Vorbild für Arbeitgeber, die nach qualifizierten Arbeitnehmern suchen. Die seien bei der heutigen niedrigen Arbeitslosenquote in verschiedenen Branchen rar, allerdings gebe es die stille Reserve: Vor allem qualifizierte weibliche Fachkräfte, motiviert, flexibel und durch Haushalt und Kinder erfahren im Organisieren, suchen Teilzeitarbeitsplätze. Die Ehinger Arbeitsagentur geht mit gutem Beispiel voran. "Wir haben recht viel Teilzeitpersonal an Bord", sagt Heidi Nothacker. Die 9,5 Stellen teilen sich 14 Mitarbeiter.

Heidi Nothacker und Gerd-Dieter Kaiser sind ein eingespieltes Team, schon bisher haben sie einen Arbeitsplatz geteilt. "Sie arbeiten seit Jahren in Führungspositionen zusammen", sagt Cravaack, seien in der Region verwurzelt und "sind keine heurigen Hasen mehr". Kaiser ist seit 1974 in verschiedenen Positionen bei der Behörde beschäftigt, Nothacker seit 1980, mit elf Jahren Unterbrechung für die Erziehung ihrer drei Söhne. Nach Einführung der Hartz-IV-Gesetze hatten sich die beiden 2005 gemeinsam für eine Teamleiterstelle in Ehingen beworben und dort den Hartz-IV-Bereich komplett aufgebaut. Nun wollen sie sich auf das ureigenste Geschäft der Agentur, die Arbeitslosenvermittlung, konzentrieren. "Wir ergänzen uns und harmonieren gut", sagt Kaiser, für den der Start in den Job etwas holprig verlief: Sein Rückflug aus dem Urlaub verspätete sich, so dass er es nur knapp zum Pressegespräch gestern schaffte.

Trotz zweier Köpfe an der Spitze der Geschäftsstelle könne "die Kontinuität der Entscheidungen gewahrt werden", so Kaiser. Dazu stimmten sich Nothacker und er bisher schon immer eng ab, nicht nur mittwochs bei der Übergabe, sondern bei Bedarf auch außerdienstlich telefonisch. Als Geschäftsstellenleiter sind sie auch Ansprechpartner für die Arbeitgeber der Region, werden deshalb künftig vermehrt im Außendienst tätig sein, um Kontakte zu knüpfen. Eigentlich im Wechsel, werden sie anfangs Außentermine gemeinsam wahrnehmen, um sich vorzustellen, wie zum Beispiel beim Ausbildungstag am 27. Januar in Munderkingen.

Übrigens folgt nach der organisatorischen Trennung vom Jobcenter demnächst die räumliche: Voraussichtlich im März wird die Arbeitsagentur von der Weitzmannstraße in die benachbarte Winckelhoferstraße umziehen, in die bisherigen Räume des Architekten Denzler.


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Autor: WERNER GALLBRONNER | 11.01.2012

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