Mähdrescher und andere Monster

Emerkingen.  Landwirtschaftliche Großmaschinen zogen gestern vor allem Familien mit Kindern nach Emerkingen. Alt und Jung kletterten auf Monstermaschinen.

"Soso, bist auch zum Bulldog-Kaufen her gekommen", begrüßten sich gestern die Männer auf dem Emerkinger Festplatz. Weil den meisten das nötige Kleingeld fehlte, zückten sie den Geldbeutel eher für einen Leberkäswecken oder ein Eis. Und "gucken darf man ja mal", war man sich einig.

Im Rahmen des Kreismusikfestes hatte Willy Keckeisen dutzende Landmaschinen für eine Ausstellung auf das Festgelände gebracht. Grassilageverteiler, Mähdrescher, Pistenbullys und Maishäcksler standen im Rund auf dem Platz. "Fast wie auf der Oberschwabenschau", urteilte Markus Huber aus Wangen im Allgäu. Die großen Mähdrescher sehe man im Allgäu nicht. "Bei uns ist das alles etwas kleiner", sagte der Landwirt.

"Man darf sowieso nicht meinen, dass ein Privatmann so etwas in der Scheune stehen hat", korrigierte Klaus Falch aus Obermarchtal. Die großkalibrigen Monster stammten von Lohnunternehmen aus der Region und waren zum Erstaunen der Besucher ziemlich neu und erstaunlich sauber. Das begeisterte auch Manuel Rueß aus Oberstadion. "Wir haben daheim noch so alte Traktoren", meinte er. "Da ist so was wie hier einfach toll", schwärmte der Junge, der sich zusammen mit seinen beiden Freunden Tim und Daniel die Großfahrzeuge anschaute.

Besonders ein Heuwender von John Deere hatte es den Jungs angetan. "Der stimmt von der Größe und von der Form", lautete das Urteil der Jungs.

Bernhard Irg und Maik Zerinius aus Laupheim hatten mit ihren Söhnen einen Männerausflug nach Emerkingen gemacht. "Es muss heute in der Landwirtschaft halt alles schneller und effektiver werden", wunderte sich der Landwirt im Schatten der mannshohen Räder. Für die Kinder waren die Maschinen wunderbare Klettergeräte. In den Jungs, die noch nie auf einer Landwirtschaft anpacken mussten, wuchs beim dem Rundgang der Wunsch, einmal Landwirt zu werden. Ganz erledigt vom Staunen machte es sich der kleine Max Widmann aus Reutlingendorf in einem Rad bequem. Nur die Hackschnitzelmaschine hatte bereits nach dem ersten Baum den Geist aufgegeben. Die Lichtmaschine sei durchgebrannt, hieß es. Irgendwann drängten die Besucher auch ins Festzelt. "Mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet", bekannte Dirigent Gerhard Schlecker gegen halb zwei. Da saßen etwa 2000 Leute im Festzelt und die 600 eingeplanten Mittagessen waren längst verkauft. Aber 72 gespendete Kuchen warteten noch auf Abnehmer. Das Prunkstück war dabei eine Jubiläumstorte, auf der das Logo der Emerkinger Musikkapelle prangte.


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Autor: CHRISTINA KIRSCH | 24.06.2011

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