Heute gibt es einen Schnuppernachmittag

Ehingen.  Ab Herbst nimmt die Michel-Buck-Schule in Ehingen den Betrieb als Werkrealschule auf. Am Montag konnten sich Eltern bei einem Infoabend informieren. Heute gibt es einen Schnuppernachmittag.

"Die Mittlere Reife der Werkrealschule ist dem Realschulabschluss gleichwertig, nur eben nicht gleichartig", betonte Brigitte Doster am Montagabend. Die Schulleiterin der Michel-Buck-Schule zeigte sich überaus zufrieden, dass die Einrichtung ab Herbst als Werkrealschule läuft. Bislang mussten die Schüler das zehnte Schuljahr in der Längenfeldschule absolvieren. "Künftig erhalten sie einen durchgängigen sechsjährigen Bildungsgang bei uns im Haus."

Brigitte Doster erläuterte den rund 60 Interessierten, dass die Werkrealschüler hervorragend für praktische Berufe in den Firmen vorbereitet sind. "Die Werkrealschulen fördern die Schüler individuell und bereiten praxisorientiert auf den Beruf vor." Die neue Struktur sehe vor, dass alle Fünftklässler ab Herbst automatisch in die Werkrealschule kommen. In der siebten Klasse entscheiden die Schüler dann, welches der drei Wahlpflichtfächer "Gesundheit und Soziales", "Natur und Technik" oder "Wirtschaft und Informationstechnik" sie in der achten und neunten Klasse bevorzugen. In welche Richtung gehen die Interessen und damit auch die Berufsziele? Schwerpunkt in Klasse 10 sei dann die Vermittlung der beruflichen Grundbildung mit einem Praxiszug an der Gewerblichen Schule in Ehingen.

"Wichtig ist, dass die Schüler unsere Schule verlassen und reif für einen Beruf sind", formulierte die Schulleiterin. Wobei sie darauf aufmerksam machte, dass Schüler, denen die Luft bis zum mittleren Bildungsabschluss nicht reicht, die Schule nach der neunten Klasse mit der Abschlussprüfung zur Hauptschule beenden können. Sehr schwache Schüler können das Angebot der Kooperationsklasse nutzen, wo der Stoff der neunten Klasse auf zwei Jahre verteilt wird. Um in die zehnte Klasse zu kommen, braucht der Schüler in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie im Wahlpflichtfach einen Durchschnitt von 3,0. "Wenn wir diesen Schnitt noch niedriger setzen würden, damit mehr Schüler den Werkrealabschluss machen können, hätte dieser bei den Firmen irgendwann keinen Stellenwert mehr", erklärte sie.

Neben Brigitte Doster gaben auch Konrektorin Petra Dermowitz und Karin Winter Einblick in das spezifische Schulprofil der Michel-Buck-Schule mit dem Leitbild "Für das Leben lernen - gemeinsam Werte leben" als Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, als Ganztagsschule und als eine Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt. Letzteres Zertifikat möchte die Michel-Buck-Schule auch für die Hauptschule erwerben. Die Lehrerinnen spannten einen Bogen durch die umfangreichen Angebote und berichteten von der Bildungspartnerschaft mit Betrieben; ehemaligen Schülern, die über ihre Ausbildung erzählen; die Förderung von schwächeren Schülern; die Berufswegeplanung schon ab der fünften Klasse oder den "Quali"-Pass, mit dem den Schülern die Teilnahme an schulischen Aktivitäten bescheinigt wird.

Stefanie Hettenbach berichtete außerdem über das Ganztagesangebot. "Wir versuchen ein Stück weit, die vielfältigen Interessen der Kinder abzudecken", ergänzte sie. Der Schulsozialarbeiter Matthias Teidelt-Mersch stellte sich und seine Aufgaben kurz vor. "Damit die Kinder lieber Obst essen, bereitet er die Äpfel oder Orangen sogar mundgerecht vor", lobte Brigitte Doster den Mitarbeiter.

Info

Der Schnuppernachmittag für zukünftige Fünftklässler und ihre Eltern ist heute von 14 bis 16.30 Uhr.


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Autor: RENATE EMMENLAUER | 11.03.2010

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