Helle Köpfe für die Poller
Ehingen. Als Jahresthema hat die Ehinger Lokale Agenda die Belange der Senioren gewählt. Deshalb hat gestern Nachmittag ein Stadtspaziergang unter dem Aspekt "Seniorenfreundlichkeit" stattgefunden.
Der Ehinger Stadtgarten ist das kleine, mit Buchsbaumhecken bepflanzte Plätzchen in der Spitalstraße. Es ist eine stadtnahe Ruhe-Insel in der Nähe des Wohnparks St. Franziskus und des Krankenhauses. Bloß hält er für Senioren in Form von Stufen ein paar Hürden bereit. Mit dem Rollstuhl kann man den Stadtgarten gar nicht betreten und selbst mit dem Rollator kommt man die Steinstufen nicht hinunter. Der Stadtgarten war Ausgangspunkt eines Spazierganges, den die Mitglieder der Lokalen Agenda, interessierte Senioren, der Heimbeirat des Wohnparks St. Franziskus und Vertreter der Stadt gestern Nachmittag unternommen haben.
Die innerstädtische Runde führte über die Spitalstraße zur Biberacher Straße, Richtung Rathaus, Hauptstraße und an den Groggensee. Ursula von Helldorff hatte als Moderatorin der Lokalen Agenda die Anregungen gesammelt, die Ehinger Senioren an sie herangetragen hatten.
Im Stadtgarten fiel der sehbehinderten Gabriele Ege auf, dass das Geländer entlang der Treppe zu kurz war. Das Ende der Treppe war somit schlecht zu erkennen. Schwierig sei es auch für Senioren, sich beim Bäcker Mooshammer etwas einzukaufen, wenn sie aus Richtung Krankenhaus kommen. Denn die älteren Menschen finden in der Nähe der Kreuzung Spitalstraße/Biberacher Straße keinen Überweg. Bisher sei an dieser Stelle der Schulwegsicherheit Vorrang eingeräumt worden, meinte Ordnungsamtschef Ludwig Griener. Man müsse zunächst erst einmal sehen, wie viele Senioren tatsächlich eine Überquerung ohne Umweg bräuchten.
In der Lindenstraße auf Höhe des Bucks Höfle erprobten die Spaziergänger, wie die Bordsteinkante mit dem Rollstuhl und dem Gehwagen zu meistern war. Auch Oberbürgermeister Johann Krieger setzte sich in den mitgeführten Rollstuhl. Ohne Hilfe war die wasserführende Kante von etwa vier Zentimetern Höhe nicht zu überwinden. Allerdings hatten die Spaziergänger auch einen Rollstuhl mit relativ kleinen Rädern dabei. Der schien eher für den Wohnbereich geeignet.
Am Marktplatz fielen den sehbehinderten Damen die Poller auf, die vor allem bei Nässe leicht zu übersehen seien. Ein helles Hütchen oder ein hell angestrichener Kopf würde da hilfreich sein, meinten die Damen. Im Eigenversuch testeten die Spaziergänger das Kopfsteinpflaster und spürten am eigenen Leib, wie unangenehm der Split für Rollstuhlfahrer ist. Anton Meßmer meinte auch, dass am Friedhof manche Wege schlecht befahrbar seien, weil der Rollstuhl im Untergrund versinke. Die Treppenstufen am Eingang zum Landratsamt wurden bei Nässe als zu glatt empfunden und am Glockenplatz wünschten sich die Senioren mehr reflektierende Folie an den Verkehrsschildern. Dem Wunsch nach einem Bänkchen im Schmiechgraben konnte Bauamtsleiter Heinz Fiesel an Ort und Stelle entsprechen.
Als Schlusspunkt fand im Rathaus eine kleine Abschlusssitzung statt, die die Ergebnisse des Spazierganges zusammenfasste.
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Autor: CHRISTINA KIRSCH | 19.03.2010
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Im Selbstversuch testete der OB, wie der Bordstein mit einem Rollstuhl zu meistern ist. Foto: Christina Kirsch
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