Gegenwind machte stark
Karlsruhe. Vor den Messehallen stand zwar ein Kunst-Hubschrauber, aber der Mochentaler Galerist und Messekurator Ewald Karl Schrade neigte auch bei seiner siebten Art Karlsruhe nicht zum Abheben.
Für sechs Euro konnte man auf der Art Karlsruhe ein Ablassbriefchen erwerben. Aber bitte in Münzen, damit das Geld auch in der Kasse klingelt. Man erwarb sich als Besucher der internationalen Messe damit zwar nicht mehr das eigene Seelenheil, aber man hatte ein kleines Kunstwerk von Dorothea Schulz in der Hand. Das war zwar unsigniert, aber original.
Die Kunstaktion mit dem Ablassbrief kam an dem Messestand so gut an, dass auch die Kasse des Mochentaler Galeristen Ewald Karl Schrade klingeln durfte. Aber auch sonst war man bei den Galerien und in der Messeleitung mit den Umsätzen zufrieden. Die Art Karlsruhe, die 2009 rund 40 000 Besucher zählte, fuhr auch im verflixten siebten Jahr auf der Erfolgsschiene und verbuchte bis zum Messeende am Sonntagabend 43 500 Besucher.
Britta Wirtz von der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH berichtete als Bilanz von einer schwarzen Null. Die Art Karlsruhe sei mittlerweile ein Leuchtturmprojekt, das über Ländergrenzen hinaus leuchte, meinte sie bei der Eröffnung. Möglich gemacht hat das der Mochentaler Galerist Ewald Karl Schrade, der mittlerweile alle vier Messehallen bespielt und sich unermüdlich dafür einsetzt, damit alles perfekt wird und trotzdem den Charme des Überschaubaren behält. "Ich freue mich, dass es mir gelungen ist, sämtliche Kräfte der Kunst zu bündeln", meinte er dieses Jahr nicht ohne Stolz.
Stadt, Museen, Institutionen und Galeristen zögen an einem Strang. Nach wie vor war die Messe luftig aufgebaut und bot in den so genannten One-Man-Shows Ruhezonen für die Augen und in den Gängen auch Bänke für die müden Füße.
Ewald Karl Schrade erklärte bei der Eröffnung, dass ihn der Gegenwind der Anfangszeit stark gemacht habe. Heuer haben 208 Galerien aus zwölf Ländern ausgestellt, darunter auch einige neue. Von Krise wurde auf der Art Karlsruhe nur insofern geredet, als dass sie sich dort nicht breit gemacht habe. Erstmals machten Ankaufskomissionen von Land und Bund ihren Messerundgang. "So hat das Land für seine Sammlung für 1,5 Millionen Euro 60 Kunstwerke von 60 jungen Künstlern angekauft", sagte Staatssekretär Dietrich Birk am Eröffnungsabend.
Mit dem Hubschrauber vor den Messehallen hatte sich Ewald Schrade einen symbolträchtigen Angelpunkt hingestellt. Will er hoch hinaus? Oder vielleicht doch eher bodenständig bleiben? Der poppige Hubschrauber war jedenfalls flugunfähig, aber ein Schwergewicht.
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Autor: CHRISTINA KIRSCH | 09.03.2010
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Galerist Ewald Karl Schrade auf der Art Karlsruhe. Foto: Christina Kirsch
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