Für die neue Schulform

Allmendingen.  Allmendingen geht in Richtung Gemeinschaftsschule. Gestern Abend hat der Gemeinderat einstimmig einen entsprechenden Beschluss gefasst. Rätsel gab die Frage der Schülerzahl für die neue Schulform auf.

"Wenn ich mich so umschaue, sehe ich das gesamte Lehrerkollegium der Schule heute hier", sagte Allmendingens Bürgermeister Robert Rewitz gestern Abend zu Beginn der Gemeinderatssitzung. Das große Interesse der Lehrer hatte einen triftigen Grund: Die Räte hatten über das neue Konzept einer Gemeinschaftsschule zu befinden. Bis Anfang November kann ein Antrag gestellt werden, die neue Schulform im Schuljahr 2013/14 einzuführen.

Einstimmig sprachen sich die Räte am Ende dafür aus, sich auf den Weg in Richtung eines Gemeinschaftsschul-Antrags im Herbst zu machen. Es gebe keine Alternative, hatte Bürgermeister Rewitz zuvor gesagt. Wenn die Schule Hauptschule bleibe, sei die Gefahr groß, dass sich die Eltern gegen die Schule im Ort entschieden. "Die Herausforderung müssen wir annehmen", sagte Rewitz.

Im Grunde sei vieles, was jetzt mit der Gemeinschaftsschule gefordert werde, in Allmendingen auch schon bekannt, sagte Leonhard Sontheimer (Freie Wähler). "Da wird jetzt eben einiges anders verpackt." Tatsächlich berichtete Schulleiter Reinhold Krämer, der mit seinem Stellvertreter Hartwig Wilking am Ratstisch Platz nahm, davon, dass die Allmendinger Schule viele der Anforderungen für eine neue Gemeinschaftsschule erfülle. Die Schule sei eine anerkannte Ganztagesschule, biete ein rhythmisiertes Angebot und einen Mensa-Betrieb an vier Tagen und sei vom pädagogischen Konzept her gut aufgestellt. Das Schulgebäude sei ebenfalls auf einem guten Stand, sagte Bürgermeister Rewitz: "Von der Hardware her passt alles." Krämer kann sich vorstellen, die Gemeinschaftsschule von Klasse 1 bis 10 in Allmendingen einzuführen. Auch der Realschulabschluss ist dann dort möglich. Rewitz und Krämer betonten die gute Möglichkeit für die Schüler, nach dem Besuch der Gemeinschaftsschule etwa auf berufliche Gymnasien zu wechseln. Die neue Gemeinschaftsschule sieht einen Unterricht nicht in Klassen, sondern in Lerngruppen vor. Bis Klasse 8 soll es keine Noten, sondern ausführliche Leistungsbeurteilungen geben. Auch auf solche Beurteilungen setze man in der Allmendinger Schule schon seit längerer Zeit verstärkt, sagte Krämer.

Wichtig für Allmendingen wird die vorgeschriebene Schülerzahl sein. Laut Kultusministerium sollen die neue Gemeinschaftsschulen zwei- oder mehrzügig sein. Nur in Ausnahmefällen - "bei besonderen Bedarfslagen im ländlichen Raum" - könne auch eine einzügige Schule zur Gemeinschaftsschule werden. In diesem Fall muss die Schule aber laut Pressemitteilung der Landesregierung auf Dauer mindestens 20 Schüler in der Eingangsklasse nachweisen. Seines Wissens werde der Ausnahmefall nicht konkret benannt, sagte Bürgermeister Rewitz. Das werde von Fall zu Fall entschieden. Rewitz ist Mitglied des Kulturausschusses des Gemeindetags und hat die Debatte um die neue Schulform dort intensiv verfolgt. Der Klassenteiler für die Gemeinschaftsschule soll bei 28 liegen - das heißt, ab 29 Schülern sind zwei Klassen (Züge) zu bilden.

Schulleiter Krämer lobte am Ende den einstimmigen Gemeinderatsbeschluss. Bereits Ende Januar hätten die Gesamtlehrerkonferenz und die Schulkonferenz in Allmendingen ebenfalls einstimmig für die neue Schulform plädiert, berichtete Krämer.


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Autor: BERNHARD RAIDT | 09.02.2012

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