Frauen trotzen Fastenzeit im Franziskanerkloster

Ehingen.  Ralf Denkinger zeigte den Teilnehmerinnen des VHS-Frauenfrühstücks die Unterschiede zwischen Prosecco, Sekt und Champagner.

Wäre es nach dem Willen von Renate Müller, der Organisatorin des Frauenfrühstücks gegangen, dann hätte diese Veranstaltung "nicht in der Fastenzeit" stattgefunden. Es gab aber Terminschwierigkeiten. Annähernd 40 Frauen versammelten sich im Ernst-und-Anna-Rumler-Saal, um den 90-minütigen Vortrag von Ralf Denkinger zum Thema "Prosecco - Sekt - Champagner. Wo liegt der Unterschied?" zu hören. Denkinger, staatlich geprüfter Getränkebetriebswirt des gleichnamigen Weinhauses, überraschte mit der Erkenntnis, dass sich der Champagner selbst erfunden habe. Denkinger schilderte den Frauen die Geschichte des edlen Getränks. Früher seien Weine aus der Champagne nach England exportiert und dort in Flaschen abgefüllt worden. Durch die Restsüße und die Hefen im Wein und weil die Engländer Korken benutzten, kam es zur Flaschengärung. Kohlensäure aus der Nachgärung konnte nicht entweichen und so prickelte es überraschend in den Gläsern der Käufer.

Noch heute, so Denkinger, gärten Champagner und Sekt traditionell in der Flasche. Es gebe jedoch auch die Fassgärung. Eine Sonderform sei das "Transvasier-Verfahren". Hierbei werde nach der Gärung in der Flasche das noch unfertige Produkt in einen Gegendruckbehälter entleert, gefiltert, wieder in die Flasche gefüllt und speziell verschlossen.

Denkinger wusste auch spannende Fakten zum Prosecco zu erzählen. Bis zum August 2009 war Prosecco eine italienische, weiße Rebe, die mit Kohlensäure angereichert wurde. Die Rebsorte heißt heute Glera, hat ein eigenes Anbaugebiet und die geschützte Herkunftsbezeichnung "Prosecco DOC". Auch in Deutschland wird Wein mit Kohlensäure versetzt. Diese Getränk heißt "Perlwein" und wird in Anlehnung an den italienischen Prosecco einfach Secco genannt.

Sekt ist ein deutscher Schaumwein, welcher die Kohlensäure durch eine zweite Gärung von Wein unter Verschluss erhält, berichtete der Weinexperte. Dagegen ist Champagner ein Schaumwein, dessen Traube nur in der französischen Region Champagne wächst. "Champagner gärt in der Flasche und wird streng nach den Champagner-Richtlinien produziert", erläuterte Denkinger den Teilnehmerinnen des Frauenfrühstücks. .

In der Pause hatten die Zuhörerinnen Gelegenheit, aus drei verschiedenen Gläsern die unterschiedlichen Weinprodukte zu verkosten, die Denkinger zusammen mit seinen Assistentinnen Mariana Kienle und Benedicta Walser von der VHS ausschenkten.

Doch der Ausschank erfolgte passend zur Fasten- und zur Tageszeit in morgentauglichen Kostproben. Von Denkinger gab es außerdem auch Tipps zum Genießen der Getränke-Köstlichkeiten: Zuerst sehen, dann riechen, nachher schmecken und zum Schluss nachwirken lassen.

Info

Das oft zu sehende Kürzel D.O.C ist italienisch und steht für " Denominazione di origine controllata". Übersetzt bedeutet das "kontrollierte Herkunftsbezeichnung".


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Autor: STEFAN SCHAARSCHMIDT | 11.03.2010

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