Es schnellt und knallt

Munderkingen.  Mittwochs und samstags knallt es im Munderkinger Industriegebiet, je nach Windrichtung hört man es bis in den Ort: Die Schnöller-Böller üben.

Rechtzeitig zum ersten runden Geburtstag der Schnöller-Böller ist sie fertig: die neu konstruierte Munderkinger Geisel. Sie ist etwa 2,35 Meter lang, hat je nach Anzahl der verwendeten Hanfseile ein Gewicht von 380 bis 620 Gramm, hängt an einem Holzstiel von 80 Zentimeter Länge und knallt nach Auskunft ihres Konstrukteurs Andreas Locher "sehr gut".

Vor zehn Jahren hatte die freie Narrengruppe um Locher ihren ersten Auftritt in Munderkingen, angefangen hat der Chef der Truppe mit dem Peitschenknallen aber schon fünf Jahre früher. Zunächst habe er Lederriemen geflochten und vieles ausprobiert. Mittlerweile sind die selbst hergestellten Peitschen und Geiseln aus Hanf. Normale Zugstricke, die die Schnöller-Böller von der ortsansässigen Seilerei Enderle beziehen. Locher: "Der macht die Seile so, wie ich es will."

Die Schnöller-Böller sind zwar eine junge Gruppe, doch das Peitschenknallen zur Fasnet hat in Munderkingen Geschichte. Schon am 27. Februar 1821 wurde es amtlich verboten, in der Stadt zu schnellen. "Ich vermute, damals benutzte man Fuhrmannsgeiseln", so Locher. Das Gewand der Schnöller-Böller ist ein blaues Fuhrmannshemd und geschnellt wird mit vielerlei Arten von Geiseln, Peitschen und Karbatschen. Locher: "Das macht das Ganze interessant." Damit es gut klingt, wird eifrig geübt: Zweimal pro Woche, immer mittwochs und samstags, treffen sich die Schnöller-Böller im Industriegebiet und studieren Sequenzen ein. Das ist dann mitunter, je nach Windrichtung, bis in den Ort hinein zu hören.

Zum kleinen Jubiläum hat die Narrengruppe ein Schaufenster der VfL-Geschäftsstelle dekoriert, wo man so manch Wissenswertes erfährt. Und für die Fasnetsbesucher haben sie sich extra ins Zeug gelegt und an mehreren Abenden Gromet gebastelt: kleine Geiseln, die die Schnöller-Böller verteilen werden.

Zu sehen und zu hören sind sie am glombigen Donnschtig am 9. Februar von 17 Uhr an mit dem Jubiläums-Karbatschen-Schnellen am Marktbrunnen, sowie am Fasnetssonntag von 9 Uhr an bis zum Beginn der Narrenmesse, wenn sie an allen drei Brunnen ihre Handwerksgeräte knallen lassen.


Weitere Artikel:


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: WERNER GALLBRONNER | 25.01.2012

Google 1+

Zwischen Bachtal-Schönheit und Miss Deutschland

Sie ist Miss Bayern. Jetzt tritt sie auch bei der Wahl zur schönsten Frau Deutschlands an. Die Rede ist von Sarah-Lorraine Riek aus Syrgenstein. Ob sie nun die Krone ins Bachtal holt oder nicht – die 19-Jährige ist gewappnet.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Motorradfahrer bei Streifzusammenstoß schwer verletzt

Illerberg Zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Motorradfahrer ist es am Sonntagmittag gegen 13 Uhr zwischen Illerberg und Witzighausen gekommen. Dieser war zwar lediglich an einem entgegenkommenden Auto vorbeigestreift, erlitt dabei jedoch schwere Verletzungen.... mehr

Familie muss ausziehen - Fünf Kinder in Wohnungsnot

Neu-Ulm Eine Alleinerziehende steht am 8. Juli mit ihren fünf Kindern auf der Straße, wenn sie keine Wohnung findet. Bisher ohne Erfolg, trotz professioneller Unterstützung der Wohnberatung der Neu-Ulmer Diakonie.... mehr

Amok-Alarm an Schule in Memmingen - Fahndung nach Täter läuft

Memmingen Amok-Alarm hat am Dienstagnachmittag ein 15-jähriger Schüler der achten Klasse in Memmingen (Bayern) ausgelöst. Der Junge hatte die Lindenschule, eine Grund- und Hauptschule, mit zwei scharfen Waffen betreten und mehrere Personen bedroht. Auch ein Schuss fiel.... mehr

Amok-Alarm an Memminger Schule: Waffen gehören dem Vater

Memmingen Die Waffen des 14-jährigen Schützen aus Memmingen gehören dessen Vater. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch als Ergebnis erster Ermittlungen zu dem Amokalarm mit. Der Vater sei ein Sportschütze.... mehr