Entstanden aus der Macht des Feuers
Ehingen. Vor 100 geladenen Gästen ist gestern die Renovierung des Spethschen Hofs am Tränkberg gefeiert worden. Es gab alte Musik und neue Tänze.
Am Anfang stand die "verheerende Macht des Feuers", sagte OB Johann Krieger gestern. "Was daraus entstanden ist, können Sie heute betrachten." Nachdem gekämpft worden sei mit "Farbschichten, schiefen Wänden und krummen Winkeln", wie Krieger sagte, wurde die Renovierung des Spethschen Hofes gestern Abend mit rund 100 geladenen Gästen feierlich abgeschlossen. Unter ihnen war auch die Künstlerin Doris Nöth, deren Werke vom Sommer an im Haus ausgestellt werden - sobald die Renovierung ganz beendet ist.
Zwei Brände hatte das 1624 erbaute Fachwerkgebäude in den vergangenen Jahren erleiden müssen. Das Feuer hatte aber auch ein Gutes: Es waren unvermutete, alte Stuckdecken zutage getreten, die in mühevoller und auch nicht billiger Kleinarbeit freigelegt wurden. Insgesamt 600 000 Euro wird die Renovierung am Ende kosten, verschiedene Zuschüsse begrenzen jedoch den städtischen Anteil auf rund 100 000 Euro. Deshalb dankte Krieger gestern auch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Landesstiftung Baden-Württemberg und dem Landesamt für Denkmalpflege.
Es sei sein Ziel, sagte der OB, bedeutsame historische Gebäude zu erhalten und zu nutzen. Dies sei wichtig für den Charakter und das Selbstverständnis einer Stadt. Denn solche Schmuckstücke verdeutlichten die Geschichte der Stadt. Dies sei gar "ein besonderer Tag in der Geschichte der Stadt", sagte er.
Um einen Bogen zu spannen vom Barock zur modernen Kunst, gab es im Erdgeschoss barocke Musik, gespielt von Anna Seidenglanz (Oboe) und Enno Kastens (Spinett); im ersten Obergeschoss eine moderne Tanzvorführung und in der zweiten Etage eine Laptop-Installation mit Musik und per Beamer an die Wand projizierten Bildern.
Die Stadt hatte das Haus am Tränkberg, ehemals Herren- und Adelshof der Familie von Speth, schon im Jahr 1825 erworben. Es diente als Schulhaus. Im Dritten Reich war ein weiblicher Arbeitsdienst dort untergebracht. Später beheimatete es das städtische Jugendhaus - bis das Feuer kam . . .
Info
Am morgigen verkaufsoffenen Sonntag wird der Spethsche Hof der Öffentlichkeit vorgestellt. Von 13 bis 17 Uhr kann das Gebäude besichtigt werden.
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Autor: RAINER SCHÄFFOLD | 20.03.2010
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