Eine rare Gattung

Seine neue CD "55 Days" wird in Fachkreisen hoch gelobt. Am kommenden Freitag stellt sie der Ulmer Jazz-Schlagzeuger und Komponist Christian Krischkowsky mit seinem Quintett im Ulmer Sauschdall vor.

Preisfrage: Bei welchem Ulmer Jazz-Musiker und Komponisten singt die deutsch-finnische Sängerin Kristiina Tuomi auf der jüngsten CD mit? Jede Wette, der Großteil der Jazzfans würde jetzt auf Joo Kraus und seine in Havanna produzierte CD "Sue·o" tippen - und richtig liegen. Es gibt aber auch eine zweite richtige Antwort: Christian Krischkowsky. Der Schlagzeuger hat jetzt mit seinem Quintett das zweite Album "55 Days" aufgenommen, das er am Freitag auch im Jazzkeller Sauschdall vorstellen wird. Und die Sängerin auf diesem Album heißt ebenfalls Kristiina Tuomi.

Klarer Fall, Krischkowsky war begeistert von "Sue·o" und hat die in Berlin lebende Deutsch-Finnin ebenfalls fürs Studio gebucht. "Eben nicht", sagt der 40-Jährige. "Wir haben mit der Arbeit am neuen Album schon vor zwei Jahren begonnen, also bevor ,Sue·o erschienen ist. Da hatte Kristiina schon gesungen." Dass auf den aktuellen Alben der beiden Ulmer Musiker die gleiche Sängerin zu hören ist, sei also reiner Zufall.

"Ich habe eine Sängerin gesucht, die ein breites Spektrum abdecken kann", sagt Krischkowsky. Und das ist bei den ausgeklügelten, oft kammermusikalisch anmutenden Kompositionen des gebürtigen Münchners, der seit zwölf Jahren in Ulm lebt, auch nötig. Der gehört gleich mehrfach zu einer raren Gattung: Zum einen hat er als Rockschlagzeuger angefangen, bevor er mit Anfang 20 ins Jazzlager wechselte. Zum anderen ist er nicht nur einer der wenigen Schlagzeuger, die als Bandleader agieren, er schreibt alle Stücke für sein Quintett selbst.

"Ich spiele auch Gitarre", sagt Krischkowsky, komponiert wird aber vorwiegend am Klavier. "Ich bin aber kein Pianist", sagt er, was der sympathische Musiker als Vorteil wertet. "Ich gehe da ganz unvorbelastet ran. Ich weiß also auch nicht, was man nicht machen darf, oder wie andere harmonische Probleme gelöst haben. Ich probiere und verlasse mich ganz auf meine Ohren. Erst danach wird dann analysiert. Schließlich muss ich meine Kompositionen und Arrangements ja meinen Mitmusikern erklären."

Und die sind hochkarätig, auch wenn Trompeter Thomas Siffling, der noch beim ersten Album mit von der Partie war, sich mittlerweile eigenen Projekten widmet und Saxophonist Steffen Waltenberger zwischenzeitlich von Ulm nach Essen gezogen ist. Mit Florian Riedl (Saxophon) und Andrej Lobanov (Trompete) hat Krischkowsky erstklassigen Ersatz gefunden. Den Münchner Bassisten Chris Lachotta kennen die Ulmer auch aus seiner Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Fred Wiegräfe, und Piano spielt der Berliner Pianist Marc Schmolling. Also keine Ulmer in der Band. Überhaupt ist Ulm ja keine Jazz-Metropole. Was hält den Musiker hier? "Die Liebe", sagt Krischkowsky, der nach zwölf Jahren an der Donau aber auch Vorteile sieht: "In Städten mit einer größeren Szene ergeben sich immer wieder reizvolle Kooperationen mit anderen Musikern. Hier wird man nicht so sehr von seinen eigenen Projekten abgelenkt", sagt Krischkowsky, der an drei Tagen in der Woche an der eigenen Schlagzeugschule "Drumtalk" unterrichtet.

Info

Das Christian Krischkowsky

Quintett spielt am Freitag, 21 Uhr, im Sauschdall. Die CD "55 Days" ist bei monsrecords erschienen.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: HELMUT PUSCH | 11.03.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr