Ein himmlisches Kasperletheater

Ehingen.  Schlaglichter aus dem Leben Franz von Assisis, aufgeführt vom Theater Spielberg aus Würzburg - "zerFRANZt" war ein himmlische Kasperletheater. Damit hatte die VHS Ehingen einen Volltreffer gelandet.

Freudestrahlend packte am späten Samstagabend der Ehinger VHS-Leiter Peter Dunkl mit an, um im Ernst-und-Anna-Rumler-Saal die Stühle wegzuräumen. Mit seiner Idee, das Würzburger Figurentheater Spielberg mit dem Stück "zerFRANZt" in die Stadt zu holen, hatte er einen Volltreffer gelandet. Unter den rund 70 Besuchern des imaginären "himmlischen Kasperletheaters" waren auch auch ein Dutzend Franziskanerinnen aus Bonlanden, Reute, Sießen und Ehingen.

"Es hat mir gut gefallen. Ich bin froh, dass uns Herr Dunkl schon im Herbst bei unserem Besuch des Bildhauer-Symposiums darauf aufmerksam gemacht und uns eingeladen hat", schwärmten Schwester Agnes und Katharina aus dem Kloster Sießen. Auch Schwester Rebecca Langer aus dem Ehinger Wohnpark St. Franziskus und die anderen Ordensfrauen der Kongregationen aus Oberschwaben suchten nach der Vorstellung das Gespräch mit den Schauspielern Anne Diekmann-Spielmann und Norbert Böll und konnten es am Ende kaum erwarten, bis sie das Faltblatt des Figurentheaters ausgehändigt bekamen.

Knapp zwei Stunden lang hatte das Duo in blitzschnellem Wechsel, mal mit Figuren, dann als Personen, die Geschichte des heiligen Franz von Assisi gespielt, der vor 800 Jahren gelebt hatte, und die Legende mit Schlagzeilen von heute gewürzt. So stand "der Dollar regiert die Welt" zunächst über dem Spiel, in dem der reiche Kaufmannssohn, Ritter und Party-Stammgast sich wandelte und gegen den Willen der Eltern entschied, allem Reichtum zu entsagen und "auf keine Weise Münzen oder Geld anzunehmen".

Er wolle den Menschen auf der Wanderschaft die Botschaft Gottes predigen. Als Erster schloss sich das Kasperle als "Bruder Spekulatius" dem Pilger an, der sich unbekleidet auf den Weg machte, auf dem er Kreuzritter, den Sultan und auch Clara traf, die seine gute Freundin wurde. Das Spiel der Menschen mit und ohne Puppen, das mit vielen Lichteffekten inszeniert wurde, faszinierte von Beginn an.

Mit viel Applaus dankten die Besucher dem Ensemble. Dann sprangen sie auf, um die prächtige Kulisse des Marktplatzes von Assisi genauer zu betrachten, wo ihnen aus den Fenstern der Paläste Prominente aus unseren Tagen entgegenblickten. "Das alles in diesem schönen Saal des ehemaligen Franziskanerklosters", empfand eine Schwester aus Reute als atemberaubend schön. Sie und die anderen freute es zudem, dass das Stück an dem Gründungsort ihrer Kongregation vor rund 160 Jahren stattgefunden hat.

Für VHS-Leiter Peter Dunkl war das Gastspiel des vor 32 Jahren in Würzburg gegründeten Figurentheaters für Kinder und Erwachsene mit "zerFRANZt" nur ein Anfang. Vielleicht gibt es im kommenden Jahr "Die Zauberflöte" des Duos zu sehen, die am 13. Juni im Stammhaus in Würzburg ihre Premiere feiern wird.


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Autor: INGEBORG BURKHARDT | 22.03.2010

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