Ein Haus mit Strahlkraft

Ehingen.  Mit rund 100 geladenen Gästen ist der neue Sparkassenbau am Dienstag offiziell eröffnet worden. Der Ehinger Kinderschutbund bekam ein neues Auto.

Unter vielen glücklichen Menschen am Dienstagabend waren Lucia Hildenbrand-Hess und Ilona Gröniger wohl die glücklichsten: Die Vorsitzende und die Geschäftsführerin des Ehinger Kinderschutzbundes freuten sich über einen nagelneuen Smart, den sie von der Ehinger Sparkasse anlässlich der Eröffnung ihres Neubaus überreicht bekamen. "Wir konntens gar nicht glauben und haben erst an einen Witz gedacht", sagten sie.

Es war keiner, ebenso wenig wie die Tatsache, dass das neue Bankhaus nun offiziell eröffnet ist. "Das Haus übt Strahlkraft aus", hatte Vorstandsvorsitzender Manfred Oster vor rund 100 geladenen Gästen frohlockt und sich zur Region und deren Menschen bekannt. "Wir wollen die schleichende Verarmung unserer Gesellschaft nicht zulassen", sagte Oster, "Erfolg ist, wenn man füreinander da ist". Na denn.

Das Haus sei ein "Meilenstein in der 158-jährigen Geschichte" der Sparkasse Ulm und "städtebaulich sehr gelungen", sagte Landrat und Sparkassen-Verwaltungsratsvorsitzender Heinz Seiffert. Er lobte die Ehinger Stadtverwaltung dafür, dass sie "trotz heute bei jedem Projekt üblichem Widerstand einen geraden Rücken behalten" habe.

Es sei keine ganz einfache kommunalpolitische Entscheidung gewesen, sagte Oberbürgermeister Johann Krieger, ebenfalls Mitglied im Verwaltungsrat der Bank. Eine in der Folge von weiteren Bauten "rasche Veränderung des Stadtbilds" und ein "Verlust an Vertrautem" habe möglicherweise die Ablehnung in Teilen der Bevölkerung verursacht, meinte der OB. Die Stadt werde durchs neue Haus städtischer, gewinne an Urbanität. Jedenfalls seien Verwaltung und Gemeinderat "unternehmerfreundlich und dadurch arbeitnehmerfreundlich".

Mit viel Herzblut sei ein offenes, transparentes Haus mit vielen Glasflächen entstanden, sagte Projektarchitektin Sabine Bühler. Sie vertrat den leitenden Architekten Lothar Seeburger, der in den Pyrenäen im Schnee steckengeblieben war. Er sei in einem Kino als Notunterkunft untergekommen und müsse ohne Strom und Heizung auskommen. Dies droht den Sparkassen-Mitarbeitern zu deren Glück nicht.

Zum "rechten Maß von Halten, Mehren und Hergeben" mahnte die evangelische Pfarrerin Susanne Richter, die gemeinsam mit ihrem katholischen Amtskollegen Harald Gehrig Gottes Segen fürs neue Haus erbat. Bauunternehmer Andreas Dünkel, unter dessen Regie die Bank gebaut wurde und das benachbarte Handelshaus erstellt wird, lud alle Sparkassen-Mitarbeiter in sein "Meilenwerk Challenge" nach Böblingen ein, wo es Oldtimer zu sehen gibt. Geschenke in Form von je einer Fotocollage gab es auch von der Stadt und vom Architekten.


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Autor: RAINER SCHÄFFOLD | 11.03.2010

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