Die Schulsozialarbeit starten

Munderkingen.  Auch auf dem Land hat sich in den sozialen Strukturen vieles geändert. Die Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen will deshalb einen Schulsozialarbeiter. Der kann auch Kulturagent Schmitz zur Seite stehen.

"Viele erzieherische Aufgaben können im normalen Schulbetrieb nicht mehr bewältigt werden", sagte der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Munderkingen, Dr. Michael Lohner, in deren Sitzung am Dienstag. Die soziale Struktur habe sich auch im Raum Munderkingen stark verändert. Noch vor wenigen Jahren habe sich in der Verwaltungsgemeinschaft kaum jemand vorstellen können, dass einmal 140 Kinder ihr Mittagessen in der Schule einnehmen - konzipiert war die Mensa für 40 bis 50 Kinder, inzwischen wird auch im Atrium bewirtet. Auch dass es eine Warteliste für die Kinderkrippe geben könnte, war undenkbar.

In der Konsequenz will die Verwaltungsgemeinschaft einen Schulsozialarbeiter aktiv werden lassen. Wie Bürgermeister Karl Hauler aus Rottenacker anregte, kann auch überlegt werden, ob die Leistung über kompetente Partner wie das Konradihaus Schelklingen oder das Oberlinhaus Munderkingen organisiert wird. So mache man sich nicht von einem einzigen Mitarbeiter im eigenen Haus abhängig, der ja auch mal krank werden kann. Einstimmig entschied das Gremium, dass ein Konzept für die Schulsozialarbeit inklusive Kosten- und Personalplanung erstellt werden soll. Der Kreis könne ein Drittel der Kosten für die Schulsozialarbeit übernehmen, hieß es.

Auch Karl Philipp Schmitz würde sich über die Hilfe durch einen Schulsozialarbeiter freuen, sagte der Kulturagent in der Sitzung. Er stellte der Versammlung sein Konzept vor: Kultur sei überall bereits präsent, könne aber durch seine vierjährige Zeit im Landesprojekt "Kulturagenten für kreative Schulen" in Munderkingen nachhaltig gefördert werden. Mit dem Kapital, das ihm zur Verfügung steht, würden Strukturen geschaffen, die auch in Zukunft genutzt werden können. Kunst befördere Kommunikation, und am Schulzentrum in Munderkingen habe er "grandiose" Voraussetzungen dafür vorgefunden. Alle Vereine hätten bereits ihre Bereitschaft signalisiert, zusammen mit den Schulen an kulturellen Aktionen mitzuwirken.

Wie berichtet wird der japanische Künstler Miu mit Schülern in Munderkingen - als Antwort auf die schon in den Atrien aufgehängten, beidseitig-synchron gemalten Schriftzüge - im März mit derselben Technik Bilder herstellen. Außerdem berichtete Schmitz, dass er mit Schülern schon eine Führung durch die Katakomben des Schulzentrums mit dem Bio-Blockheizkraftwerk erhalten hat. Die Schüler informierten sich über die darin verbaute Technik aus mehreren Jahrzehnten, dokumentierten alles und werden dazu ein Kunstprojekt in Form einer Fotoinstallation umsetzen.

Zwar noch keine Schülerzeitung, aber doch ein neues Medium bringt Schmitz außerdem in Munderkingen heraus: einen vierseitigen Flyer namens "Kulturagenten-Bote Munderkingen", der über die Aktivitäten von Schmitz und über das Programm informiert.


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Autor: KARIN MITSCHANG | 09.02.2012

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