50 Jahre Umzug in Oberdischingen gebührend gefeiert

Der närrische Wurm schien gestern in "Malefizhausen" kein Ende zu nehmen. Hästräger, Musikanten und Kostümierte, dazu noch 20 heimische Gruppen waren beim 50. Fasnetsumzug in "Klein Paris" dabei.

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  • Als Zwerge sind die Kindergartenkinder beim Umzug dabeigewesen. haben den Jubiläumsumzug in Oberdischingen. Manches Schmunzeln erneteten die Mitglieder des Radsportclubs mit ihren Drahteseln. Fotos: Emmenlauer 1/2
    Als Zwerge sind die Kindergartenkinder beim Umzug dabeigewesen. haben den Jubiläumsumzug in Oberdischingen. Manches Schmunzeln erneteten die Mitglieder des Radsportclubs mit ihren Drahteseln. Fotos: Emmenlauer
  • Der Hochzeitszug, bestehend aus den Mitgliedern des Oberdischinger Liederkranzes, sang lustige Lieder. 2/2
    Der Hochzeitszug, bestehend aus den Mitgliedern des Oberdischinger Liederkranzes, sang lustige Lieder.
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Fasnet einst und heute in Malefizhausen: Der 50. Fasnetsumzug gestern Nachmittag war geprägt von Tradition und praktizierter Freundschaft, bürgerschaftlichem Miteinander im Ort und der Freude und Verbundenheit an der närrischen Zeit. 90 Gruppen aus nah und fern, rund 4000 Teilnehmer, umsäumt von tausenden Zuschauern, zudem auch viele Bürger aus dem Ort - so waren bei dem prächtigen Jubiläumsumzug alle örtlichen Vereine dabei.

Nahezu 20 Gruppen, allen voran die Narren-Büttelei mit Wachtmeisterhelm und Schießgewehr. Dann folgte der Musikverein, der den Fasnetsumzug nach mehreren geselligen Nachproben vor einem halben Jahrhundert als improvisiertes Narrenumzügle aus der Taufe gehoben hatte. Die kleinen und großen Gardemädchen begeisterten mit zackigen Tanzschritten und zuckersüßen Uniformen, die noch aus den Fasnetsauftritten von vor 40 Jahren stammen. Was wäre die Fasnet in Malefizhausen ohne die Hofnarren, die sich so umtriebig wie beim ihrem letzten Gastspiel vor 15 Jahren zeigten. Das war ein Spaß!

Hoch auf dem altgedienten Elferratswagen standen noch vier Vertreter vom einstigen Narrenrat, zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber genauso fröhlich wie früher. Die Henkertrommler führten die Gruppen der Narrengesellschaft Oberdischingen an, die Gastgeber, gefolgt von den Malefizweibern mit ihrem Hexawagen, in dem rauchte und brodelte. Danach präsentierten sich die Gauner, mit denen das alemannische Brauchtum der Zunft einst begonnen hatte. Die Schlossgeister zogen mit ihrem sensationellen Wagen die Blicke auf sich, wohl auch wegen der urigen Konfetti-Rutsche, die ständig belagert war.

Manches Schmunzeln ernteten die Drahtesel, mit denen Mitglieder des Radsportclubs im guten Dutzend auf der Pirsch waren. Nicht weniger die Schützen mit ihren nostalgischen Kanonen. Die Jugendkapelle marschierte musizierend durch die Straßen, der Liederkranz hatte sich als Hochzeitszug herausgeputzt und sang lustige Lieder. Mit von der Partie waren die Turnerfrauen, die als feurige Teufelinnen mit Hörnern und Dreizack auftraten. Den bunten Wurm der Oberdischinger Vereine und Gruppen bereicherte der riesige Musikwagen, Motto "Apres Ski", der mit seinem rockigen Sound einheizte. Die Sprösslinge des Kindergartens samt Betreuerinnen hatten sich als Zwerge eingereiht, die Mutter-Kind-Gruppe präsentierte sich wie bekannt im Eisbärenkostüm.

Dann nahm der Fasnetsumzug mit den angereisten Teilnehmern seinen Lauf, voran die Treichler und Geiselschlöpfer (CDU) aus der Schweiz mit ihren überdimensionalen Glocken. Wer meinte, der mehrstündige Gaudiwurm ließe einem die Beine in den Bauch stehen, wurde eines besseren belehrt: Die Hästräger waren bester Dinge und trieben Schabernack mit den Zuschauern auf der Umzugsstrecke. Rudelweise stoben Hexen durch die Straßen, ernteten mit akrobatischen Einlagen - Hexenhub, Hexenkarussell, Pyramiden oder Rad schlagend - Applaus. Dazwischen sorgten die zwei Dutzend Musikgruppen für gute Stimmung.

Auch der fröhliche Brauchtumsabend am Samstag in der Mehrzweckhalle, bei dem mehrere Dutzend Narrenzünfte mit von der Partie waren, hatte seinen Beitrag zum freundschaftlichen Miteinander geleistet. Das Jubiläum "50 Jahre Fasnetsumzug in Oberdischingen" hätte nicht gebührender gefeiert werden können als mit dem traumhaften Fasnetswochenende.

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