100. Geburtstag der früheren Spitzensportlerin Gretel Bergmann

Gretel Bergman feiert am Samstag in New York ihren 100. Geburtstag. In ihrer Geburtsstadt Laupheim gratulieren der ehemaligen Hochspringerin prominente Gäste wie Ulrike Nasse-Meyfahrt und Walter Tröger.

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Der Briefträger im Bezirk Jamaica des New Yorker Stadtteils Queens weiß längst, dass sich im Haus 8450 Avon Street Großes anbahnt. Seit Wochen liefert er massenhaft Post bei dem schmucken Anwesen ab. Sie stammt vornehmlich aus Laupheim und ist adressiert an Margaret Lambert. So heißt die am 12. April 1914 in Laupheim als Tochter eines jüdischen Haarfabrikanten geborene frühere Spitzensportlerin Gretel Bergmann seit ihrer Heirat mit Bruno Lambert.

Die besondere Glückwunsch-Aktion haben Schüler des CarlLaemmle Gymnasiums zum 100. Geburtstag der berühmten Patin ihrer "Schule ohne Rassismus" organisiert. Mehrere hundert Pixel-Karten sind bereits oder werden noch auf den Weg über den großen Teich gebracht. Zusammengesetzt zeigt das überdimensionale Puzzle aus den Konterfeis der Gymnasiasten das wohl berühmteste Foto der Athletin aus den 1930er Jahren: Gretel Bergmann beim Hochsprung. Gretel Bergmann, die Nazi-Schergen 1936 um ihren sicheren Medaillengewinn bei den Olympischen Spielen in Berlin brachten, und die daraufhin in die USA emigrierte, sieht ihrem 100. und dem weltweiten Medieninteresse daran bei recht guter Gesundheit entgegen. Zwar hat sie nach einem Sturz Probleme mit dem Gehen. Ihren trockenen Humor, mit dem sie die Herzen der Laupheimer bei ihren Besuchen 1999 und 2003 im Sturm eroberte, hat sie sich bewahrt. Und: "Ich bin klar im Kopf", sagte sie unlängst in einem Interview.

Das kann Jürgen Littwin bestätigen. Er hält seit Jahren engen Kontakt mit Lambert und ihrer Familie. "Sie ist ein Wettkampftyp. Wenn es gilt, ist sie noch immer zur Hochform aufgelaufen", sagt der einstige Leichtathletik-Funktionär im TSV Laupheim, dem Verein, in dem Gretel Bergmann ihre ersten sportlichen Erfolge feierte. Zusammen mit der Stadt hat er für Samstag einen Festakt organisiert. Etwas Besonderes sollte die Glückwunschparty werden.

Littwin hat deshalb dafür gesorgt, dass in einer Gesprächsrunde drei Prominente mit einer persönlichen Beziehung zur Jubilarin zusammenkommen. Mit der Hochspringerin und zweifachen Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfahrt trifft eine Vorzeige-Athletin der Nachkriegszeit auf eine deutsche Hochspringerin der Vorkriegsjahre.

Der ehemalige Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Walter Tröger, empfing Gretel Bergmann, als sie 1999 nach 62 Jahren in Frankfurt zum ersten Mal wieder deutschen Boden betrat. Beide verbindet bis heute ein herzliche Freundschaft. Dritter im Bunde ist der Schulleiter der Gretel-Bergmann-Schule in Hamburg, Bernd Martens. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Ewald Walker, Sportjournalist, Lehrer und Leichtathlet. Bei der Feierstunde werden Ausschnitte aus aktuellen Interviews mit Margaret Lambert sowie Bilder der wohl berühmtesten gebürtigen Laupheimerin eingespielt.

Schon seit Tagen geben sich die Gratulanten in der Avon Street 8450 die Klinke in die Hand. Zu ihnen gehören morgen auch der Leiter des Laupheimer Bauhofs, Alexander Rother, und seine Ehefrau, die Stadträtin Anja Reinalter. Sie nutzen eine private USA-Reise, um der Jubilarin Glückwünsche aus Laupheim zu überbringen. Im Gepäck haben sie viele Geschenke von Laupheimer Freunden und ein weiteres dickes Paket mit Pixel-Postkarten.

Info
Die Feierstunde in der Mehrzweckhalle am Laubach, gegenüber vom Gretel-Bergmann-Stadion in Laupheim, beginnt am Samstag, 12. April, um 16 Uhr.

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