Westerheimer Schertelshöhle ist eröffnet

Energiesparend und umweltfreundlich ist die neue LED-Beleuchtung in der Westerheimer Schertelshöhle. Am Eröffnungstag waren die Besucher begeistert von der neuen Präsentation.

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Der frühere Landrat Heinz Seiffert führte durch die Westerheimer Schertelshöhle mit ihrer neuen LED-Beleuchtung. Die Besucher waren begeistert, weil die markanten Punkte sich jetzt noch deutlicher abzeichnen.  Foto: 

Jetzt sieht man die Höhle so, wie wir Höhlenforscher sie mit unserer Stirnlampe sehen“, sagte Petra Boldt vom Landesverband für Höhlen- und Karstforschung bei einem Rundgang durch die neu beleuchtete Schertelshöhle. Ein größeres Kompliment kann man einer Baumaßnahme kaum machen.

Jeder, der die neu beleuchtete Höhle am Eröffnungstag zu sehen bekam, war hingerissen. Vor allem diejenigen, die die Höhlenbeleuchtung mit herkömmlichen Glühbirnen noch kannten, staunten über die neuen Ein- und Ausblicke. Nach Beleuchtungen mit Kerzen, Fackeln, Karbid und Halogen ist nun LED-Technik in der Schauhöhle eingezogen.

Alt-Landrat Heinz Seiffert, der seit mehr als 25 Jahren als Höhlenführer tätig ist, wies mit kleinen Geschichten und seiner Taschenlampe auf die neuen Einblicke hin. Markante Punkte wie die Orgel oder der Löwenkopf zeichnen sich jetzt noch deutlicher ab und das Schattenspiel macht die Höhle zu einem unterirdischen Bilderbuch.

Mit einem angemessenen Festakt wurde das Ereignis gefeiert, das fünf Jahre Planungszeit in Anspruch genommen hatte. Man habe allen Mut zusammen genommen und das Projekt schließlich 2016 angepackt, berichtete Bernhard Walter, Vorstand des Höhlenvereins. Es gab einige Gründe, die für eine Erneuerung der Beleuchtung sprachen. So gaben die alten Glühbirnen Wärme ab und produzierten eine Lampenflora, die regelmäßig entfernt werden musste. Zudem wurden die Glühbirnen immer teurer in der Anschaffung und im Verbrauch. Man entschloss sich, auf LED umzustellen, was sich nicht nur mit 600 Arbeitsstunden für Mitglieder des Höhlenvereins niederschlug, sondern was auch 60 000 Euro kostete. Der Stromverbrauch reduziert sich dafür aber um mehr als 80 Prozent.

Die große Investition konnte mit Hilfe von Geldern des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, des Höhlenvereins, der Gemeinde Westerheim, durch Eigenleistung und durch Spenden geschultert werden. Die Beteiligten waren bei dem Festakt mit Grußworten vertreten und konnten es nach den Reden kaum erwarten, endlich die Höhle zu begehen.

Technik kaschiert

Alle Elektro-Leitungen wurden diskret verlegt, Eingriffe möglichst minimiert und auch Beschädigungen an den Treppen ausgebessert. „Tonnenweise“ wurde Kies auf die Wege geschüttet und jede Technik kaschiert. Als großer Logistiker und Techniker für alle Untertagearbeiten erwies sich Vereinsmitglied Dietmar Baumeister, und in Sachen Wegebau zog Wolfgang Walter die Strippen. In Zahlen lässt sich die neue Beleuchtung so beschreiben: 555 Meter Erdkabel, 400 Meter Steuerleitung, 300 Meter Schutzschlauch und 66 Gelkartuschen. Die Schubkarren Kies, die verteilt wurden, haben die Arbeiter nicht gezählt.

Als einen Meilenstein in der Geschichte der Höhle bezeichnete Tobias Brammer von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets die neue Höhlenbeleuchtung. „Höchsten Respekt“ zollte Bürgermeister Hartmut Walz den „Höhlenbären“, wie sich die Vereinsmitglieder selber nennen. Die 212 Meter lange Höhle sei nun ein „Filetstückle“ auf der Alb, lobte der erste Landesbeamte Markus Möller. Dass der Höhlenverein den richtigen Weg eingeschlagen hat, beweist die stete Zunahme der Fledermauspopulation. Mit 180 Tieren wurden in diesem Jahr so viele wie noch nie gezählt.

Die Schertleshöhle ist ab sofort an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Über Ostern kann die Höhle am Karfreitag, Ostersonntag und am Ostermontag besichtigt werden. Eintritt Erwachsene: 3,50 Euro.

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