Im Schulbus ist es ruhiger geworden

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Szenen, wie sie im Bus vorkommen, werden bei der Ausbildung der Schulbusbegleiter nachgestellt.  Foto: 

Weitere Schüler haben jetzt in Laichingen ihre Ausbildung zum Schulbusbegleiter abgeschlossen. Bei der feierlichen Abschlussveranstaltung händigten die Laichinger Polizisten Helmut Fischer und Bernd Lengsfeld den 29 Jugendlichen aus den weiterführenden Schulen nicht nur Urkunden aus, sondern sie erhielten einen richtigen Ausweis. „Erst mit diesem Ausweis seid ihr Schulbusbegleiter und von jetzt an müsst ihr euch auch so verhalten: nämlich als Vorbilder“, mahnte Fischer.

Diese Urkundenübergabe machte der Polizeibeamte zum zehnten Mal, denn seit zehn Jahren bildet die Polizei in enger Kooperation mit den Schulsozialarbeitern Schüler zu Busbegleitern aus. Ein Rückblick: Bei den Schulleitern mehrten sich die Beschwerden von Eltern, Schülern und Busfahrern über unmögliche Situationen in den Schulbussen. Ältere mobbten vor allem die Grundschüler aus Suppingen, seinerzeit die einzigen Schüler, die zur Grundschule im Bus fahren mussten. Busfahrer mussten während der Fahrt eingreifen bei lautstarken Streitereien und bei Raufereien mit körperlicher Gewalt.

Seinerzeit waren durch die Agenda 2010 Arbeitskreise in den Kommunen entstanden. Der AK „Sicheres Laichingen“ nahm sich des Schulbus-Themas an. Die Arbeitskreis-Mitglieder, Verwaltungsvertreter, Schulleiter, Schulsozialarbeiter, Stadträte, Bürger und die örtliche Polizei entschieden sich, dagegen vorzugehen. Die Frage nach dem Wie stand im Raum.

Beispiel aus Bodnegg

Persönliche Beziehungen aus dem Arbeitskreis mit dem Bildungszentrum in Bodnegg im Allgäu führten schließlich zum Projekt  „Schulbusbegleiter“. Dieses war dort erfolgreich etabliert worden. Nach diesem Vorbild wurden auch die Laichinger Schüler ausgebildet: Die künftigen Busbegleiter lernen durch die Ausbildung selbstbewusstes Auftreten, erlangen einen Blick für beginnende Konfliktsituationen und wie sie diese verbal im Keim ersticken können.

Rund 400 Busbegleiter sind in Laichingen in den zehn Jahren ausgebildet geworden. Es ist eine freiwillige Aufgabe. Petra Bosch, die damals als Schulsozialarbeiterin Mitbegründerin des Busbegleiter-Projekts war, erinnert sich an einige Jahre, als Bewerbungen gar abgelehnt werden mussten, weil genügend Busbegleiter in den Bussen mitfuhren. Die Anzahl neuer Busbegleiter orientiert sich stets an den Buslinien, wo Begleiter, etwa weil sie nach ihrem letzten Schuljahr aussteigen, ersetzt werden müssen.

Eine Statistik, wie die Busbegleitung in den zehn Jahren die Situation verbessert hat, gibt es nicht, erklärt Polizeihauptmeister Bernd Lengsfeld. „Aber subjektiv haben wir den Eindruck, dass es in den Schulbussen im Vergleich zu den Anfangsjahren ruhiger zugeht. Auch Rückmeldungen der Schüler bestätigen das.“

Dass sich die Schüler mit dieser Ausbildung eine gute Note im Zeugnis sichern und die Urkunde bei Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz hilfreich ist, sei mit ein Ansporn, sich für die Ausbildung zum Busbegleiter zu melden, meint Petra Bosch, die sich unter die Gratulanten gemischt hat. Auch Bürgermeister Klaus Kaufmann gratulierte den neuen Busbegleitern und erklärte: „Arbeitgeber sehen es gerne, dass sich jemand sozial engagiert und mit Menschen umgehen kann.“

Die Ausbildung zum Busbegleiter beinhaltet auch, rechtliche und ethische Regeln zu lernen. Oberstes Gebot ist, sich selbst keiner Gefahr auszusetzen. Die Stadt finanziert die Ausbildung. Kommen die Busbegleiter an ihre Grenzen und können die Situationen nicht alleine bewältigen, sind ihre erste Anlaufstelle die Schulsozialarbeiter, in einem zweiten Schritt kommt die Schule ins Spiel. Nur in ganz vereinzelten Fällen ist es zu Strafanzeigen wegen Gewaltdelikten gekommen.

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