Blaubeuren feiert 750-jähriges Bestehen

Traditionelle Fanfarenzüge und historische Wagen mit verkleideten Menschen, Jubel-Gaudi und Konzert: Tausende haben am Wochenende das 750-jährige Bestehen Blaubeurens in bester Stimmung gefeiert.

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Für beste Stimmung haben die Fanfarenzüge und historischen Umzugs-Gruppen und Festwagen zur Feier des 750-jährigen Bestehens der Stadt Blaubeuren gesorgt. Auf dem Foto der Festwagen mit dem Bild und Mitarbeitern des Rathauses Blaubeuren.  Foto: 

Mit schmetternden Trompetenklängen und exakt auf die Trommeln abgestimmtem Marsch biegt der Fanfarenzug Tamm in die Blaubeurer Karlstraße ein. Unter Regie des Tambourmajors wird im Gleichschritt ein großer und ein kleiner Bogen vorgeführt, dann marschieren die Musiker in ihren rot-weiß-schwarzen Landsknechtuniformen unter dem Beifall der Zuschauer in Richtung Stadtmitte.

Mit dem württembergischen Landesmeister beginnt  eine renommierte Gruppe den historischen Umzug zum 750-jährigen Bestehen der Stadt Blaubeuren am Sonntag um 13.30 Uhr. Aber auch der gleich darauf folgende Fanfarenzug aus Nusplingen tritt schneidig auf, spielt während des Marschierens und wird hinterher vom kundigen Kommentator am Streckenrand extra gelobt: „Die waren aus meiner Sicht noch etwas exakter in Linie.“

Anders als den Musik-Spezialisten vom Landesverband für Spielmannszüge, die das Blaubeurer Stadtjubiläum zu ihrem landesweites Treffen nutzen, kommt es den Tausenden von Zuschauern am Straßenrand weniger auf solche Details an. Sie freuen sich über das stattliche alte Fuhrwerk der traditionsreichen Schimmelmühle am Blautopf mit zwei vorgespannten Pferden und hoch aufstapelten Mehlsäcken. Oder sie winken den als Mönchen, Edelmännern oder feinen Bürgern mit Zylinder verkleideten Stadträten zu, die Bonbons von ihrem Wagen werfen.

Viele Zuschauer drängen sich vor allem in der Blaubeurer Altstadt, klatschen begeistert über das Pony, das einen kleinen mit Blumen verzierten Anhänger zieht, in dem ein Mädchen mit zünftiger Tracht sitzt. „Schau die alten Holzrechen und Sensen“,  zeigt ein Vater seinem kleinen Jungen die traditionellen landwirtschaftlichen Geräte, die Gruppen vom Hochsträß vorführen - zusammen mit einem Heuwagen, alten Bulldogs und einer Dreschmaschine.

Der Schützenverein Sonderbuch sorgt mit den richtigen Getränken für Stimmung. Abgehärtet mussten die Menschen auf der Alb zumindest bis ins 19. Jahrhundert sein, wollten sie bei den damals schlechten Wasserverhältnissen überleben. Früheres Motto: „Fr eis däd’s des Wasser scho no, aber s’Vieh sauft’s nemme!“  Die Feuerwehr aus Seißen verspritzt mit Hilfe einer alten Handpumpe freigebig Wasser, so dass selbst Zuschauer an den Fenstern in den oberen Stockwerken schnell die Köpfe einziehen oder schmunzelnd den Florians-Jüngern drohen.

Es geht um ganz unterschiedliche Traditionen Blaubeurens und seiner Teilorte. Da gibt es Zimmersleute in ihrer Arbeitstracht zu sehen. Der Verein der „Leilichen“ stellt Blaubeurer Handwerker um 1600 dar – und verteilt würzige Kräutermischungen. Einen Höhepunkt stellen die schmucken weiß-schwarzen Trachten dar, die junge und ältere Ascher beim „Braut- und Taufzug von damals“ vorstellen. Weilemer haben sich passend zum Weltkulturerbe-Titel als Höhlenmenschen aus der Zeit vor 40 000 Jahren verkleidet. Gerhauser lassen die früher berühmt-berüchtigte Disco „Jim Bim“ rockig-schrill wieder aufleben.

„Mal was anderes! – Richtig schön und abwechslungsreich“: Der Gerhauserin Gabi Hetterich und dem Blaubeurer Udo Mayer gefällt der Umzug. Beide haben schon andere Teile des Festwochenendes genossen, etwa die Jubel-Gaudi am Freitagabend zusammen mit weit über 2000 anderen Gästen im Festzelt. Die drei Bands brachten die Blaubeurer dazu, dass bis weit nach zwei Uhr auf den Bänken getanzt und gefeiert wurde. Auch die anderen Angebote im Festzelt oder auf der Sommerbühne kamen gut an.

„Ein tolles Fest“, schwärmt Klaus Steinbrenner, Musiker aus Tamm im Kreis Ludwigsburg. „Die Akustik in der Altstadt ist super. Mit der Natur außenrum und den freundlichen Leuten werden wir Blaubeuren in sehr guter Erinnerung behalten.“

„Blaubeuren setzt sich in Szenen“: So heißt das Straßentheater, das im Rahmen der Blaubeurer Festtage von morgen bis Donnerstag die Besucher mit auf einen kurzweiligen Spaziergang durch die Geschichte Blaubeurens nimmt. Am kommenden Wochenende gibt es Kulturtage auf der Sommerbühne am Blautopf. Am Freitag ab 20 Uhr spielt die Schlagerband „Papis Pumpels“, am Samstag ab 19.30 Uhr folgt das „Open Air“ der Stadtkapelle Blaubeuren und am Sonntag gibt es Folk-Musik, Jazz und Kabarett mit Christoph Sonntag. Am Montag, 24. Juli, ist Kinderfest mit traditionellem Umzug ab 13.30 Uhr.

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