Endlich Baulärm im Pfarrhaus

Göttingen.  Das denkmalgeschützte Pfarrhaus im Langenauer Teilort Göttingen wird umgebaut. Die Kirchengemeinde richtet dort einen Versammlungsraum ein.

Im Erdgeschoss des Göttinger Pfarrhauses wird gehämmert, gesägt und gebohrt. Rüstige Rentner wie Martin Herrmann und Eduard Dehm hauen mächtig auf den Putz, um das historische Gebälk freizulegen. Eine Heidenarbeit im Dienst der evangelischen Kirchengemeinde. Nach den Plänen von Architekt Johann Amann, koordiniert von Kirchengemeinderat Günther Grässel und fachlich angeleitet von Zimmerermeister Volker Bargen, legen viele Freiwillige beim Umbau kräftig Hand an.

Nach schwierigen Verhandlungen mit dem Amt für Vermögen und Bau, das für Immobilien im Eigentum des Landes Baden-Württemberg zuständig ist, sowie mit der Denkmalschutzbehörde geht der Wunsch der Göttinger Kirchengemeinde jetzt in Erfüllung. Mehr als drei Jahre lang hatte sich der Kirchengemeinderat darum bemüht.

"Wir hoffen, mit 30 000 Euro hinzukommen", sagt Kirchenpflegerin Annette Röder - dank der freiwilligen Helfer. Das Erdgeschoss des mehr als 300 Jahre alten Pfarrhauses wird entkernt, bekommt eine neue Elektro-Installation und eine Dämmung. Zwei Stahlträger sind schon eingezogen worden, um die Stabilität zu gewährleisten. Erhalten bleibt die mächtige Eichenstütze mit langgeschweiften Kopfbändern und alles weitere, was den Denkmalschützern erhaltenswürdig scheint. Darunter die alten Fenster, sagt Günther Grässel. Doch Kirchengemeinderat und Architekt seien sich einig, dass es sinnlos sei, die Wände zu isolieren, wenn nicht neue Wärmeschutzfenster eingebaut würden. Darüber werde noch mit den amtlichen Denkmalschützern verhandelt. "Aber wir konnten mit dem Umbau einfach nicht mehr warten", sagt Kirchenpflegerin Annette Röder, zumal jetzt freiwillige Helfer zur Verfügung stünden und die Arbeiten im Frühsommer abgeschlossen sein sollen.

Im Obergeschoss wohnt das Pfarrerehepaar Thorsten und Ute Eißler mit den beiden Kindern. "Es lässt sich mit dem Baulärm leben, auch wenn es gelegentlich sehr laut wird", sagt Ute Eißler. "Bei uns überwiegt aber die Freude über die rege Mitarbeit von freiwilligen Helfern und auf den neuen Saal."


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Autor: KURT FAHRNER | 09.02.2012

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