"Ein ganz neues Erlebnis"

Sontheim.  Einmal im Jahr ist die Hintere Kohlhaldehöhle bei der Sontheimer Höhle geöffnet. Ein Grund für viele Gäste von nah und fern zum Höhlenfest zu kommen, das es dort seit rund drei Jahrhunderten gibt.

Seit mehreren Jahrhunderten ist die Sontheimer Höhle für Besucher geöffnet. Das Besondere dran: Sie ist die älteste Schauhöhle in der Republik. Bereits Herzog Ulrich von Württemberg stattete ihr 1516 seinen Besuch ab. Die Höhle zählt mit ihren mehr als 400 Fledermäusen zu den bedeutendsten natürlichen Fledermauswinterquartieren auf der Alb. Um die Tiere nicht zu stören, ist die Höhle jeweils von Anfang November bis Ende April geschlossen.

Beim traditionellen Höhlenfest, das jedes Jahr am Pfingstsonntag stattfindet, ist zudem die Hintere Kohlhaldehöhle zugänglich, die aus Gründen des Höhlenschutzes sonst geschlossen ist, informierte Andreas Scheurer vom Sontheimer Höhlenverein. Zahlreiche Besucher nutzten die seltene Gelegenheit, den etwa 16 mal 16 Meter großen Hohlraum mit zahlreichen Stalagmiten (vom Boden emporwachsende Tropfsteine) und Stalaktiten (von der Decke hängende Tropfsteine) aus der Nähe zu bewundern. Diese bizarren Gebilde haben einen Durchmesser von etwa 10 bis 15 Zentimetern und sind bis zu zwei Meter hoch. Entdeckt wurde die Hintere Kohlhaldehöhle vor 24 Jahren beim Bau des neuen Generatorhauses für die Sontheimer Höhle, die rund 100 Meter entfernt ist.

Natürlich nutzten vorgestern mehrere Hundert Besucher die Gelegenheit, auch der Sontheimer Höhle einen Besuch abzustatten. Die erstrahlt seit knapp zwei Monaten in einem neuen Licht. Dort wurden die herkömmlichen Glühbirnen durch 170 LED-Lampen ersetzt. Dieses weiße Licht erhellt die Höhle im natürlichen Tageslichtspektrum, die gelbliche Verfälschung durch die Glühlampen bleibt aus. "Ein ganz neues Erlebnis", schwärmten viele Gäste, die am Rande des Festes erfahren haben, dass auch die Hintere Kohlhaldehöhle in absehbarer Zeit mit LED-Lampen ausgestattet werden soll.

Vor dem Höhleneingang sorgten den ganzen Tag über der Musikverein Sontheim und die Seniorenkapelle der Musikkapelle Westerheim für Unterhaltung im Festzelt. Um die Mittagszeit war es schwierig, draußen noch einen freien Platz zu bekommen. Die beliebten Schupfnudeln waren auch in diesem Jahr wieder der Renner.


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Autor: JOACHIM LENK | 14.06.2011

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