Zerstörungswut bereitet Kopfzerbrechen
Ebersbach. Zerstörungswut im Bahnhof bereitet der Ebersbacher Stadtverwaltung Kopfzerbrechen. Ein Kriminalitäts-Brennpunkt ist die Stadt laut Polizei nicht.
Frisch geputzt, ein freundlicher Anstrich - mit großem Engagement hat der Verein für Stadtmarketing, unterstützt vom Bauhof, im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass der Warteraum im Ebersbacher Bahnhof wieder ein angenehmer Aufenthaltsort ist. Nachdem er lange geschlossen war, hat die Stadt, der das Gebäude inzwischen gehört, den Raum wieder geöffnet. Bahnreisenden und Pendlern ist die Aufenthaltsmöglichkeit, vor allem im Winter offenbar hoch willkommen. "Viele sind froh, dass es den Raum gibt", sagt Jutta Schabel, Leiterin des Amtes für Bürgerservice und Soziales.
Jedoch bereitet immer wieder Zerstörungswut den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den Stadträten Kopfzerbrechen. Schmierereien, Müll, zerstörte Scheiben - erst jüngst hätten wieder Unbekannte in dem Warteraum gewütet, klagte die CDU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Kreisinger und meinte: "Da findet man keine Worte." Trotz regelmäßiger Kontrollen durch den Gemeindevollzugsdienst sei es schwierig, des Problems Herr zu werden, sagt Jutta Schabel. Die Stadt sei allerdings entschlossen, den Raum geöffnet zu lassen, auch wenn immer wieder Müll geräumt, geputzt oder repariert werden müsse.
Eine Dauerüberwachung sei nicht möglich, stellte der Leiter des Ebersbacher Polizeipostens, Ottmar Woitsch, fest, der gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter des Polizeireviers Uhingen, Helmut Schuhholz, die Unfall- und Kriminalstatistik vorgestellt hatte. Ebersbach sei kein Brennpunkt der Kriminalität, erklärte Schuhholz. Zwar stiegen die Kriminaltaten um 3,7 Prozent auf 476, diese Zahl sei aber nicht Besorgnis erregend. Relativ hoch sei aber der Anteil von 27 Prozent an Straftätern unter 21. Unter den Jugendlichen sei die Quote der Straftäter mit Migrationshintergrund - entsprechend dem Bevölkerungsanteil ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Im Jugendbereich setze die Polizei mit unterschiedlichen Programmen wie "Kids online" und "Kinder setzen Grenzen" stark auf Prävention. Die Angebote würden von den Ebersbacher Schulen sehr gut angenommen. Dort werde bei Problemen sehr konsequent und kompetent eingeschritten, zollte Schuhholz Lob.
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Autor: KARIN TUTAS | 24.04.2010
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