Passgenaue Lösung für die Stadt und ihre Kinder

Ebersbach.  Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten sollen künftig in einer Außenstelle der Vinzentius-Schule an der Ebersbacher Hardtschule unterrichtet werden. Stadt, Schulen und Schulamt ziehen an einem Strang.

Die Ebersbacher Bildungslandschaft könnte ab dem neuen Schuljahr um einen weiteren Baustein reicher sein. Sofern Kultus- und Sozialministerium zustimmen, werden Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten in einer Außenstelle der Donzdorfer Vinzentius-Schule gezielt gefördert.

Immer mehr Schüler haben so gravierende Defizite im Sozialverhalten, dass ein Besuch der Regelschule nicht möglich ist, machte der Leiter der Ebersbacher Hardtschule, Michael Hirsmüller, vor dem Ausschuss für Verwaltung und Bürgerschaftliches Engagement deutlich. Bislang mussten die Schüler nach Donzdorf gefahren werden, um dort die Schule für Erziehungshilfe der Vinzentius-Pflege besuchen zu können. "Die lange Fahrt ist kontraproduktiv", stellte Hirsmüller fest. Und viele Eltern bevorzugten einen wohnortnahen Schulbesuch ihrer Kinder. Kinder mit massiven Verhaltensauffälligkeiten in der Regelschule zu belassen, sei äußerst problematisch, weiß Hirsmüller aus Erfahrung.

Die Kooperation sieht vor, dass die Stadt einen Klassenraum zur Verfügung stellt, wo die Kinder aus vier Grundschulklassen gemeinsam unterrichtet werden. Dafür stellt die Vinzentius-Schule 1,5 Lehrerdeputate und pädagogisches Fachpersonal für die "Integrierte Soziale Gruppenarbeit" zur Verfügung. Es sei eine enge Vernetzung mit der Grundschulförderklasse, der Eingangsstufe der Grundschule und der Förderschule unter dem Dach der Hardtschule vorgesehen. Ziel aller sei es, die Kinder schrittweise in Regelklassen zu integrieren.

Hirsmüller ließ keine Zweifel, dass sich die beiden Schulen nur Vorteile von der Zusammenarbeit versprechen. "Wir bekommen Ressourcen durch speziell ausgebildete Lehrkräfte", sagte der Schulleiter. Und die Kooperation eröffne die Möglichkeit, kooperative und inklusive Unterrichtsmodelle zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit der Vinzentius-Schule soll der erste Baustein werden, um Kinder mit verschiedensten Behinderungen in die Regelschule zu integrieren, wie in der UN-Menschenrechtskonvention festgeschrieben. Dies werde spätestens ab dem Jahr 2013 zur Regel werden.

"Wir sehen das als Chance und den ersten Schritt, um für 2013 gerüstet zu sein", erklärte Bürgermeister Sepp Vogler. Auch die Bürgervertreter, die mit Ausnahme von Gabriele Ebensperger (Grüne) zustimmten, sahen die Kooperation rundweg positiv. Ebensperger sprach sich dafür aus, Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten mit entsprechender individueller Förderung sofort in Regelklassen zu unterrichten. Ebenspergers Vorwurf, die Schüler würden ausgegrenzt, wollte die für Sonderschulen im Landkreis zuständige Schulrätin Heidrun Storz so nicht stehen lassen. "Die Außenstelle ist eine ideale Möglichkeit zur Inklusion", sagte Storz. Sie ermögliche eine maßgeschneiderte Förderung der Ebersbacher Kinder. Der Unterricht in der Klasse der Vinzentius-Schule in einer altersgemischten Gruppe werde sich positiv auf das Sozialverhalten der Kinder auswirken, ist sich die Schulleiterin Theresia Holczer sicher.


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Autor: KARIN TUTAS | 14.05.2010

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