Investor zahlt Abfindung
Ebersbach. Die Stadt Ebersbach wird den Umbau und Anbau an der Kauffmann-Villa zur Musikschule selbst übernehmen. Die Debatte um die Kosten stand im Ausschuss für Technik und Umwelt im Vordergrund.
Der Investor ImmoInvest wird kein planerisches Konzept für die Realisierung der Musikschule auf dem Kauffmann-Areal erstellen. Darauf haben sich Stadt und Investor geeinigt. Das hat rechtliche Gründe, wie die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt deutlich machte. Vor allem aber würde der vom Land inzwischen zugesagte Zuschuss in Höhe von 925 000 Euro für den Um- und Anbau verloren gehen. Aus Sicht des Kommunalamtes muss die Stadt als Grundstückseigentümerin die Arbeiten selbst nach der VOB ausschreiben. Ursprünglich war der Bau der Musikschule im Gesamtpaket des Investors vorgesehen. ImmoInvest werde der Stadt stattdessen eine vertraglich vereinbarte Abfindungssumme zahlen, erklärte Kämmerer Helmut Roth auf Nachfrage Herbert Peschkes (SPD).
Sehr ausgiebig beschäftigten sich die Stadträte mit den Kosten für das Projekt. Für die Sanierung des Altbaus setzt der Stuttgarter Architekt Hans Klumpp derzeit knapp 1,9 Millionen Euro an. Eine seriöse Kostenschätzung sei aber erst nach der Detail- und Materialplanung machbar, erklärte der Architekt, der jetzt seinen überarbeiteten Entwurf vorstellte. Als kostenintensiv habe sich die Rampe zwischen Alt- und Neubau erwiesen, die schwieriger als gedacht zu realisieren sei. Weiter schlugen sich die Akustikmaßnahmen im Altbau auf die Kosten nieder.
"Muss das so kostenintensiv sein?", wollte die CDU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Kreisinger wissen. Obwohl sie dem Entwurf zugestimmt habe, erscheine ihr der Anbau mit viel Glas und den Oberlichtern doch sehr aufwändig. Heftige Kritik übte Kreisingers Fraktionskollege Paul Rösch. Er lehnte nicht nur Klumpps Entwurf rundweg ab, sondern befürchtet auch: "Die Kosten werden weitaus höher werden." Dass im Altbau durchaus noch unangenehme Überraschungen schlummern können, wollte der Architekt nicht verhehlen. Jedoch werde er sich nicht darauf einlassen, Kosten herunterzurechnen. "Wir haben bei unseren letzten acht Projekten kein einziges überschritten", erklärte Klumpp, der sein architektonisches Konzept mit der gegliederten Glasfassade einem vorgezogenen Flachdach und zwei modernen Oberlichtern verteidigte. "Desto besser die Sachen sind, desto kritischer werden sie betrachtet", meinte der Architekt schmunzelnd. Wenn die Bürgervertreter allerdings, wie von Achim Bühler (FWV) gefordert, ein Sparkonzept wollten, "muss man anders an die Planung rangehen".
Bei elf Ja-, zwei Neinstimmen und zwei Enthaltungen empfahl der Ausschuss, den Baubeschluss für die Musikschule zu fassen und das Architekturbüro Klumpp mit der weiteren Planung zu beauftragen. Der Gemeinderat entscheidet am kommenden Dienstag.
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Autor: KARIN TUTAS | 30.04.2010
Die Kauffmann-Villa in Ebersbach soll saniert und mit einem Anbau zur Musikschule werden. Foto: Archiv
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