Festhalle: Hickhack endgültig beendet
Ebersbach. Nach monatelangem Tauziehen ist der Weg frei für eine türkische Festhalle in Ebersbach. Die Stadträte gaben grünes Licht für den Standort Kanalstraße.
Die Diskussion war erstaunlich kurz, die Abstimmung eindeutig: Mit klarer Mehrheit haben sich die Ebersbacher Stadträte im Ausschuss für Technik und Umwelt für eine türkische Festhalle in der Kanalstraße ausgesprochen. Der Interessent, der eine solche Halle für vorwiegend türkische Veranstaltungen in der Stuttgarter Straße im Visier hatte, blitzte mit seiner Bauvoranfrage ab. Denn die Bürgervertreter hatten sich im März mit einem Grundsatzbeschluss darauf verständigt, nur eine einzige solche Halle als Ausnahme in einem Gewerbegebiet zuzulassen - aber auch nur dann, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Nun wurde an die schier unendliche Geschichte ein Knopf gemacht. Denn das Thema Festhalle beschäftigt die Ebersbacher Stadträte schon sehr lange. Regelmäßig kamen Anfragen, die die Bürgervertreter allesamt abschlägig beschieden haben. Im Januar dann fasste der zuständige Ausschuss einen Grundsatzbeschluss: Hallen für türkische Veranstaltungen sind nicht erwünscht, sämtliche Anträge sollen künftig abgelehnt werden. Als Grund nannte die Mehrheit des Gremiums die knappen Gewerbeflächen in Ebersbach, die besser Betrieben zur Verfügung gestellt werden sollten. Einer der Antragsteller ließ die Sache jedoch nicht auf sich beruhen: Er nahm Kontakt zu den Gemeinderatsfraktionen auf und rührte kräftig die Werbetrommel für sein Projekt. Die Bürgervertreter ließen sich umstimmen und fassten einen zweiten Grundsatzbeschluss: Demnach sollte nun eine einzige Festhalle zugelassen werden.
In der jüngsten Sitzung ging es nur noch um den Standort. "Die Verwaltung hat keinen Vorschlag gemacht, wir haben uns bewusst neutral verhalten", sagt der stellvertretende Bauamtsleiter Roland Albig. Doch die Stadtverwaltung hätte die Festhalle lieber in der Stuttgarter Straße gesehen, räumt Albig ein, denn der Standort Kanalstraße hätte durchaus auch "das Potenzial für eine andere gewerbliche Entwicklung". Der Veranstaltungsraum in der Kanalstraße wird in einem Teil einer ehemaligen Fabrikhalle entstehen. 189 Parkplätze werden den Besuchern zur Verfügung stehen, 100 sind bei dieser Größenordnung notwendig. Mit weiteren Details werden sich die Stadträte befassen, wenn das Baugesuch vorliegt.
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Autor: SUSANN SCHÖNFELDER | 15.05.2010
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