Erneut Rätsel um Klinker

Ebersbach.  Mangel oder nicht? Die hässlichen dunklen Flecken an den Klinkern im Sockelbereich des neuen Rathauses sind Bürgern und Stadträten ein Dorn im Auge. Die Ursache liegt bislang im Dunkeln.

Einigen Stadträten soll jüngst in nichtöffentlicher Sitzung des Gemeinderats der Kragen geplatzt sein. Mit der von Architekt Joel Harris so bezeichneten "Patina" an den Klinkern der Außenfassade haben die Bürgervertreter nämlich nichts am Hut. Die dunklen Stellen im Sockelbereich des Rathausanbaus sind nicht nur manchem Stadtrat, sondern auch vielen Ebersbachern ein Dorn im Auge.

Ganze Bereiche am Fuß der Außenfassade sind dunkler als der Rest und bislang weiß niemand, ob die Flecken wieder verschwinden. Verfärbungen an dem hellen Mauerwerk sorgen nicht das erste Mal für Missmut. Bereits während der Bauphase waren immer wieder so genannte Ausblühungen entstanden. Nach einer Durchfeuchtung des Sichtmauerwerks an der Westfassade hatten Ziegel ausgewechselt werden müssen, weil die dunklen Flecken nicht verschwanden.

Nun scheint sich dasselbe Problem im Sockelbereich abzuzeichnen. Während des schneereichen Winters sei das Mauerwerk durchfeuchtet worden, erklärt der Leiter des Bau- und Umweltamtes, Klaus Brenner. Von einem konstruktiven Mangel könne laut einem Gutachten wohl nicht ausgegangen werden, meint Brenner. Jedoch könne man durchaus von einem optischen Mangel sprechen, "aber der Architekt ist der Meinung, dass sich das mit der Zeit bessert". Die Verwaltung werde sich jedoch nochmal schlau machen, wie man in der Angelegenheit weiter verfahre.

Die Klinker sind nicht der einzige Grund für den Unmut der Bürgervertreter. Einige Mängel - "meist Kleinigkeiten", sagt Brenner - seien immer noch nicht behoben. So gibt es regelmäßig Klagen wegen der Temperaturabstimmung im Bürger- und Ratssaal, und der Parkettboden weise an einigen Stellen Risse außerhalb des Toleranzbereichs auf. "Wir klären jetzt, ob hier Planungs- oder Konstruktionsfehler vorliegen", erklärt Brenner. Und auch der viel gerühmte Pandomoboden in den Fluren des Verwaltungsgebäudes erfüllt offenbar nicht die in ihn gesetzten Erwartungen. Die Unregelmäßigkeiten des Belags sind nicht jedermanns Geschmack. "Der Boden lebt", soll der Architekt gesagt haben. Eine Äußerung, die Stadträten aller Couleur sauer aufgestoßen sein soll.

Sorgen bereitet dem Bauamtsleiter, der erst vor einigen Wochen die Nachfolge von Horst Schaal angetreten hat, auch die Sanierung des Altbaus. Der Zeitplan sei in Verzug. Unter anderem führten die am Bau beteiligten Unternehmen den langen strengen Winter an. Im Bauamt blickt man nun etwas bange dem für 18. Juni vorgesehenen Umzugstermin entgegen. "Es könnte eng werden. Ich hoffe aber, wir werden fertig", sagt Brenner und fügt hinzu: "Das muss funktionieren."


Kommentare (1)

20.05.2010 10:32 Uhr |   gpch33

Dieser Baufehler mit den Klinkern ist schon seit...

Siehe Leserbrief vom 23.09.2008 an NWS von Joachim und Sibiylle Höfer mit dem Titel:
"Dies gleicht einem Schildbürgerstreich"

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