Eine fast lautlose Trennung

Ebersbach.  Zäsur im Ebersbacher Kinder- und Jugendzentrum E 3: Der langjährige Leiter der Einrichtung, Thomas Weber, hat mit der Stadt eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses zum Jahresende vereinbart.

Das noch junge, nicht einmal zwei Jahre alte Haus hat schon manchen Sturm überstanden. Nun beginnt im Ebersbacher Kinder- und Jugendzentrum E 3 wieder eine Neuaufbauphase. Der Leiter Thomas Weber ist nicht mehr an Bord. Seit einigen Wochen führt die Sozialpädagogin Elisa Siebert kommissarisch die Einrichtung.

Das Ausscheiden Webers, seit 26 Jahren in Diensten der Stadt Ebersbach, kommt überraschend und ging rasch und fast lautlos über die Bühne. Zu den Gründen gibt man sich bei der Stadtverwaltung wortkarg. "Es ist eine Trennung in beiderseitigem Einvernehmen", auf diese Erklärung hätten sich Stadt und Weber geeinigt, teilt Personalmanager Oliver Marzian auf Anfrage mit. Der Mitarbeiter wolle sich beruflich neu orientieren.

24 Jahre lang hatte Thomas Weber das frühere Jugendhaus geleitet, davon viele Jahre als Einzelkämpfer. Die Verdienste Webers seien unbestritten, betont Marzian und man habe einen Weg für eine "menschlich faire Trennung" gefunden. Der Personalmanager verschweigt jedoch nicht, dass es unterschiedliche Erwartungshaltungen bezüglich der Konzeption der offenen Jugendarbeit gegeben habe. Diese Arbeit sollte mit dem vor knapp zwei Jahren eröffneten neuen Kinder- und Jugendzentrum auf neue Beine gestellt werden.

Indes erlebte das neue Haus an der Kanalstraße einen holprigen Start. Bereits kurz nach der Eröffnung erkrankte der Jugendhausleiter und fiel mehrere Monate aus. Während dieser Zeit hatte der in die Neukonzeption des Hauses involvierte Verein für offene Jugendarbeit dazu beigetragen, den Betrieb am Laufen zu halten. Nach Informationen der NWZ habe es immer wieder Unstimmigkeiten zwischen dem Jugendhausleiter und Verein für offene Jugendarbeit über die Ausrichtung der pädagogischen Arbeit gegeben. Auch das Verhältnis zu den "Flott E3er"- Jugendliche, die sich ehrenamtlich im Haus engagieren - soll nicht das beste gewesen sein.

Bei der Stadtverwaltung ist jetzt der Blick nach vorne gerichtet. "Wir werden die Chance nutzen, die sich durch die personelle Veränderung ergibt", erklärt Jutta Schabel, Leiterin des Amtes für Bürgerservice und Soziales. Als designierte Nachfolgerin des Jugendhausleiters steht Elisa Siebert in den Startlöchern. Die 24 Jahre alte Sozialpädagogin ist seit Februar vergangenen Jahres zweite hauptamtliche Kraft im Kinder- und Jugendzentrum und leitet derzeit kommissarisch das E 3. Außerdem werde die zweite hauptamtliche Stelle im E 3 anstatt mit einer Erzieherin mit einem Sozialpädagogen besetzt. Die Stadt hat bereits eine 75-Prozent-Stelle ausgeschrieben, berichtet Jutta Schabel. Jugendmanagerin Karina Mammel, derzeit noch in Elternzeit, werde ab Mai wieder zu 25 Prozent einsteigen.

"Wir hoffen, bald wieder eine komplette und schlagkräftige Mannschaft zu haben", sagt Schabel. Als Aushilfe steht zurzeit der Erlebnispädagoge Thomas Henzler zur Verfügung, und auch der Verein für offene Jugendarbeit packt kräftig mit an. "Wir betreuen das Pausencafé und den offenen Treff", berichtet der Vorsitzende Andreas Karl Gschwind. Im kommenden Jahr plant die Stadt wieder eine Jugendkonferenz. "Das Konzept für die offene Jugendarbeit muss immer wieder überarbeitet werden", sagt Jutta Schabel.


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Autor: KARIN TUTAS | 07.05.2010

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