In Outdoor-Camps die Grenzen ausloten
Unter freiem Himmel übernachten
Region. Draußen schlafen, sich in der Natur allein durchschlagen. Diese Outdoor-Aktivitäten liegen im Trend. Trainieren für die Wildnis kann man in Camps.
Outdoor-Aktivitäten sind nichts für Stubenhocker. Frei übersetzt sind damit Freizeittätigkeiten gemeint, die in der Natur ausgeübt werden, beginnend vom Angeln über Klettern bis zum Überlebenstraining (Survival). Outdoor-Camps schießen zwar nicht gerade wie Pilze aus dem Boden, doch die Sehnsucht nach naturnahen Erfahrungen nimmt gerade bei den Menschen zu, deren Lebens- und Arbeitsfeld überwiegend in Räumen stattfindet. In Baden-Württemberg zeigt man in mehreren Camps die Kniffe, die man zum Überleben in der Wildnis braucht.
Kein schlechter Einstieg für Klein und Groß ist das Naturcamp im Naturschutzzentrum Ruhestein im Hochschwarzwald. Wer hier bucht, schläft auf seiner Isomatte oder im Schlafsack unter Fichten oder mitten auf der Wiese. Die vorhandene Schutzhütte sollte nur im äußersten Notfall in Anspruch genommen werden. Feuerstelle, Holz, ein Wildniskochbuch und ein Erste-Hilfe-Set stellt das Naturschutzzentrum zur Verfügung, sonst sind die Abenteurer sich selbst überlassen.
Maximal 15 Personen können diese "Wildnis" auf einem 30 Hektar großen Gelände buchen. "Wir bieten mit dem Platz einen festgelegten Rahmen, der vielen die Entscheidung erleichtert, sich mal wieder völlig frei in der Natur zu bewegen", sagt Andreas Twardon, pädagogischer Mitarbeiter des Naturschutzzentrums. Die Idee, Natur pur ohne Zwänge und ungeschminkt zu erleben, hat eingeschlagen. Das Camp ist fast immer ausgebucht. Für Hartgesottene gibt es aber noch freie Plätze in den Wintermonaten.
Schulklassen, Ärzte, Polizisten, Bundeswehrsoldaten, Manager oder einfach nur Neugierige buchen sich im Erlebnis-Camp in Sigmaringen ein. Vom Hochseilgarten bis zum Überlebenstraining reicht hier das Angebot. "Es gibt Teilnehmer, die wollen das volle Abenteuer erleben und an ihre emotionalen und physischen Grenzen stoßen", sagt Geschäftsführer André Friemauth. Doch die Ausbilder achteten darauf, dass der Spaß nicht zu kurz kommt.
Die Interessen seien sehr unterschiedlich. Während kleinere Teams Wert auf den Gruppenprozess legten, buchten andere reine Orientierungswanderungen. Diese wollen sich mit Karte und Kompass im Gelände zurechtfinden. Zum Ausbildungsziel gehöre beispielsweise auch das Verhalten in Notsituationen, das Herstellen behelfsmäßiger Unterkünfte oder wie man sich aus der Natur ernährt.
Survival-Kunden müssen bei der Anmeldung ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, weil auch extreme Situationen wie Geiselhaft durchgespielt, aber auch Nahkampftechniken gelehrt würden. Wenn nötig, kommen in der Ausbildung sogar Hubschrauber zum Einsatz. "Wir wollen kein Drill-Camp sein, doch ohne Zähne zusammenbeißen geht ein Survival-Training nicht ab", sagt Friemauth. hk
http://www.naturschutzzentren-bw.de
Weitere Artikel:
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
21.10.2009
MEHR ARTIKEL ZUM THEMA
Das Beste im Südwesten
Sommeliere Natalie Lumpp kürt Weinfavoriten
Ulm „Explosionsartige Fortschritte“ sieht Sommeliere Natalie Lumpp bei Weinen aus Baden und Württemberg. Aus all der Qualität wählt sie ihre Top vier.... mehr
Mekka der Bekleidungsindustrie rund um die Südwestalb
Textil hat Tradition im Land. Rund um die Südwestalb finden sich so viele Top-Adressen der Bekleidungsindustrie wie sonst nirgendwo. Der Südwesten kleidet weit mehr als nur den Rest der Republik.... mehrTechnische Textilien als große Chance
Technische Textilien sind die Zukunft der Branche. Rund die Hälfte der Firmen im Südwesten setzt bereits auf die Industrie oder den Medizinsektor.... mehr
Textilunternehmen im Südwesten
Das Textilland Baden-Württemberg hat einige namhafte Branchenvertreter zu bieten. Hier eine kleine Auswahl quer durch den Südwesten.... mehrMode aus dem schwäbischen Metzingen
Mode macht man in Mailand, Paris, London - und in Metzingen. Im Ermstal sitzt Hugo Boss, Deutschlands größter Modekonzern.... mehrExzellenz, Elite und das Streben der Anderen
Vier Elite-Unis, eine Vielzahl außeruniversitärer Institute – die Forschungslandschaft im Südwesten hat viele Facetten. Es gibt aber auch Katzenjammer.... mehr„Monopole beenden die Wissensevolution“
Ulm Gefährliche Leuchttürme: Für den Soziologen sind Elite-Titel schädlich, weil sie den Wettbewerb der Unis massiv einschränken.... mehr
Meisterwerke aus der Hand schwäbischer Ingenieure
Ulm Der Maschinenbau ist der wichtigste Wirtschaftszweig im Südwesten. Der Grund: Ohne diese Branche gäbe es die heutige Industriegesellschaft nicht.... mehr
Klein, jung und schon Elite
Konstanz 1966 gegründet und mit knapp 10.000 Studierenden eine der kleineren im Land, ist die Uni Konstanz doch schon Elite-Uni.... mehr
